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Geld

Clean Money Revolution

in Achtsamkeit/Center of Wise Leadership/Geld/Lösungen/Weisheit

Das Buch The Clean Mon­ey Rev­o­lu­tion von Joel Solomon begleit­ete mich durch die Herb­st­fe­rien. Einige der Gedanken, die nun fol­gen, sind von diesem Buch inspiri­ert, andere beruhen auf meinen eige­nen Auf­fas­sun­gen und Erfahrun­gen, die sich mit dem, was mir das Buch ger­ade an gelebter und erzählter Weisheit schenkt, sehr gut ergänzen. 

Sauberes Wass­er, saubere Luft, sauber­er Boden und sauberes Essen sind die Grund­la­gen eines gesun­den Lebens. Den Begriff sauberes Geld habe ich bish­er in meinen Blog­beiträ­gen nicht ver­wen­det, aber er umschreibt recht gut, worum es mir im Kon­text der ver­ant­wor­tungsvollen Geld­flüsse geht.

Viele der aktuellen Missstände in unser­er Gesellschaft find­en ihren Ursprung in der Welt der Finanzen. Viel zu lange haben wir alle uns zu wenig Gedanken darüber gemacht, was unsere ganz per­sön­lichen Geldentschei­dun­gen zu der Welt, in der wir leben, beitra­gen.

Wir leben mit Entschei­dun­gen von grossen Konz­er­nen, Poli­tik­ern und anderen Men­schen an der Macht, welche aus ganz per­sön­lichem Inter­esse das Geld über die Inter­essen von Men­schen und Natur stellen. 

Hier sei ange­fügt, die Welt ist nicht «schwarz weiss» bzw. «gut gegen böse». Nur den Konz­er­nen und Macht­men­schen die Schuld an unser­er aktuellen Sit­u­a­tion zu geben, wäre nicht angemessen. Es ist ein an allen Eck­en und Enden ver­bun­denes Sys­tem, welch­es sich über Jahrhun­derte hin­weg entwick­elt hat. Zwis­chen den Guten und den Bösen kann man darin nicht mehr so ein­fach unter­schei­den. Die Konz­erne schaf­fen Arbeit­plätze und manch ein Pro­dukt der soge­nan­nten Bösen bere­ichert und erle­ichtert unser Leben. Wenn wir begin­nen, die Rolle all dieser Wirtschafts­bere­iche neu zu über­denken, müssen wir dabei auch jew­eils die Fol­gen mit­berück­sichti­gen. Und doch, nur weil es kom­plex ist, heisst es nicht, dass wir es nicht ver­suchen soll­ten.

Unsere ganz per­sön­lichen Geldentschei­dun­gen spie­len eine entschei­dende Rolle in diesem Sys­tem. Wenn wir es richtig anpack­en, wer­den unsere Geldentschei­dun­gen ganz automa­tisch dazu führen, dass sich unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft in eine pos­i­tive Rich­tung entwick­eln. Wenn unser eigenes Geld nur noch in soge­nan­nte saubere Kanäle fliesst, wer­den automa­tisch die nicht so sauberen Kanäle aus­trock­nen. Men­schen wer­den begin­nen, die Kanäle zu reini­gen. An eini­gen Stellen find­et sies bere­its jet­zt schon statt. Ein Beispiel ist die Tex­tilin­dus­trie, in welch­er das Ver­schmutzen von Flüssen und das Aus­beuten von Men­schen schon jet­zt nicht mehr akzept­abel ist. Ein Unternehmen nach dem anderen begin­nt, neue Wege zu suchen. Wir kön­nen ganz konkret und per­sön­lich entschei­den, wo wir unsere Klei­dung kaufen. Dies hat Ein­fluss auf die Wirtschaft und das, was uns Unternehmen zum Kauf anbi­eten. Was nicht gekauft wird, wird schon bald nicht mehr pro­duziert wer­den und vom Markt ver­schwinden.

Mit den Mass­nah­men, die wir ger­ade im Aussen durch Coro­na erfahren, wer­den wir sel­ber immer wieder vor die Frage gestellt: Was ist genug?

Ich habe gele­sen, dass der Durch­schnittshaushalt in diesem Jahr mehr Geld spart, als in anderen Jahren. Und dies obwohl die Aus­gaben für gesunde, ver­ant­wor­tungsvolle Nahrungsmit­tel und die Ver­sorgung im lokalen Umfeld gestiegen sind. 


Es gibt bes­timmt Men­schen, die ger­ade auf etwas Liebge­wonnenes verzicht­en müssen und dies sehr schmerzhaft spüren. So wie ich es erlebe, sind dies zumeist Dinge, die nicht mit Geld zu bezahlen sind: Kein Besuch bei der Fre­undin, welche im Nach­bar­land lebt, oder keine Erhol­ungszeit in der Natur. 

Was macht also genau „sauberes Geld» und was machen «saubere Geldentschei­dun­gen“ aus? 

Für Joel Solomon, den Autor von Clean Mon­ey Rev­o­lu­tion, welch­er aus einem wohlhaben­den Unternehmerum­feld kommt, geht es vor allem darum, mit dem Geld, welch­es er besitzt, saubere Kanäle zu öff­nen und zu unter­stützen. Er investiert kon­se­quent in ver­ant­wor­tungsvolle Unternehmen und bewirkt damit eine Verän­derung zum Pos­i­tiv­en.

Auch ohne direkt Geld zu investieren kön­nen wir Geld­flüsse bee­in­flussen. Wir entschei­den, wo wir was kaufen und wir entschei­den auch, was für einem Beruf wir nachge­hen und für welche Fir­ma wir arbeit­en. In der Gen­er­a­tion, welche ger­ade in die Beruf­swelt ein­tritt, ist ein sehr gross­er Teil der Men­schen nicht mehr bere­it für eine Fir­ma zu arbeit­en, deren Werte sie nicht teilt.

Dies bedeutet zwar, dass sich das Prob­lem, welch­es wir ger­ade haben, wahrschein­lich in spätestens zwei Gen­er­a­tio­nen von sel­ber lösen wird. Ich glaube jedoch nicht, dass wir soviel Zeit haben und vor allen Din­gen befre­it es uns, die wir schon seit eini­gen Jahren oder auch Jahrzehn­ten in der Arbeits- und Kon­sumwelt aktiv sind, nicht von der Ver­ant­wor­tung. Diese Ver­ant­wor­tung ist indi­vidu­ell, daher muss jede Per­son hier ihren eige­nen Weg find­en. Wobei, so zu tun, als hät­ten wir keine Ver­ant­wor­tung, ist dabei keine Option!

Es kann her­aus­fordernd sein, wirk­lich ver­ant­wor­tungsvolle Geldentschei­dun­gen zu tre­f­fen. Und an machen Stellen wer­den wir abwä­gen müssen. Kli­maschutz zu Las­ten sozialer Gerechtigkeit ist zum Beispiel eines dieser Entschei­dungs­felder, wo wir ganz acht­sam schauen müssen, was wir mit unseren Entschei­dun­gen bewirken. Dies bedeutet nicht, darauf zu verzicht­en, mit allen Mit­teln sicherzustellen, dass wir die men­schen­verur­sacht­en Umweltschädi­gunen stop­pen. Diese Mass­nah­men und zusät­zlich noch etwas, was ich als weis­es Han­deln und Entschei­den beze­ich­nen würde, sind notwendig.

Ich stelle die These auf, dass ohne das Erler­nen und Anwen­den der Kom­pe­tenz Weisheit, vieles was wir ger­ade ver­suchen, um die bessere Welt zu gestal­ten, nicht so funk­tion­ieren wird, wie wir es uns wün­schen.

Ich gehe sog­ar noch einen Schritt weit­er und füge der Weisheit noch die Liebe und den Frieden hinzu. Wenn ich einen Punkt angeben müsste, welch­er mich an dem durch­wegs inspiri­eren­den Buch „Clean Mon­ey Rev­o­lu­tion“ stört, so ist es das Wort Rev­o­lu­tion, welch­es ich instink­tiv mit Aufruhr, Kampf und Leid verbinde. Mir ist das Wort Evo­lu­tion lieber, es wird übri­gens im Buch auch häu­fig mit der Rev­o­lu­tion in einem Satz ver­wen­det.

Wenn wir in Wut, Kampf oder sog­ar im Krieg ver­suchen, die Welt, die wir für die bessere hal­ten, durchzuset­zen, so wer­den wir Leid und Ver­lier­er pro­duzieren. Rein intu­itiv kann dies nicht der richtige Weg sein, wenn es stimmt, und daran glaube ich fest, dass auf dieser Welt für alle genug vorhan­den ist, die Grundbedürfnisse aller Men­schen zu erfüllen, sodass es kein Ver­lieren und kein Lei­den geben muss.

Deswe­gen möchte ich neben die Liebe und den Frieden die Weisheit stellen. Nur diese drei Eigen­schaften in Kom­bi­na­tion kön­nen zu ein­er ver­ant­wor­tungsvollen und lebenswerten Welt führen.

Es bleibt die Frage, warum wir nicht längst auf diesem Wege sind und hier komm ich nun wieder zurück zum Clean Mon­ey und der zu Beginn genan­nten Aus­sage, dass viele der aktuellen Missstände in unser­er Gesellschaft ihren Ursprung in der Welt der Finanzen find­en. Um des lieben Geldes wegen tun wir Dinge, die uns zwar nützen, aber der Gesellschaft und der Umwelt schaden. Und an manchen Stellen sind wir uns auch gar nicht bewusst, wie sehr wir durch unsere Bedürfnisse zum Schaden beitra­gen. Ein Beispiel sind unsere Pen­sion­skassen, die ihr Bestes tun, um dafür zu sor­gen, dass es uns auch im Alter finanziell gut geht. Dies tun viele Pen­sion­skassen lei­der, indem sie in Beteili­gun­gen und Aktien investieren, die der Natur und auch Men­schen Schaden zufü­gen. Hier befind­et sich ein gross­er Hebel, um anzuset­zen. Ein gross­es Umdenken und auch ein neues Han­deln sind erforder­lich. Denn let­zten Endes sind es doch unser aller Erspar­nisse und unser aller ver­di­entes Geld, und die sind es wert, ver­ant­wor­tungsvoll und respek­tvoll behan­delt und genutzt zu wer­den. Die Möglichkeit­en sind längst da, auf allen Ebe­nen. Weise Geldentschei­dun­gen kön­nen uns helfen, die Welt zu gestal­ten, die wir uns wün­schen.

Was das konkret bedeutet, möchte ich in den kom­menden Monat­en weit­er her­aus­find­en und dann natür­lich auch soweit es mir möglich ist, in die Prax­is umset­zen.

Erntezeit

in Achtsamkeit/Alternative/Geld/Lösungen/Suffizienz

Der Herb­st ist dieses Jahr für mich recht plöt­zlich gekom­men, nicht vom Datum im Kalen­der her, son­dern eher mit Blick auf die Natur. 

Ger­ade noch waren die Wein­trauben an den Reben und nun ist alles bere­its gele­sen. Die Blät­ter der Bäume sind bunt und zum Teil bere­its abge­fall­en und auf meinem regelmäs­si­gen Spazier­gang durch den Wald laufe ich über Wege, die mit Eicheln bedeckt sind. Diese Woche habe ich in Davos auf 2.000 Metern bere­its meine erste Wan­derung im Schnee gemacht.

Eine reiche Ernte scheint uns die Natur hier rund um mein Zuhause zu schenken. Die Apfel­bäume sind voller Früchte und auch son­st scheint es ein nähren­des Jahr voller Fülle zu sein. Zumin­d­est hier in meinem Umfeld ist das so.

Natür­lich ist es bei aller Schön­heit im Augen­blick für mich nicht möglich, diese Fülle ohne ein paar nach­den­kliche Worte zu geniessen. Wir haben Mitte Okto­ber und unser Bun­desrat hat über erneute Mass­nah­men berat­en und Men­sch und Wirtschaft wer­den sich darauf ein­stellen müssen, dass dieser Win­ter so ganz anders sein wird, als wie wir ihn ken­nen.

Unsere Bewe­gungs­frei­heit und damit die Möglichkeit einan­der zu begeg­nen ist eingeschränkt. Vie­len Unternehmen ste­ht eine Zeit bevor, in welchen sie noch nicht so genau wis­sen, ob sie genü­gend Ein­nah­men gener­ieren wer­den, um ihr Geschäft weit­er am Leben hal­ten zu kön­nen.

Mir scheint wir ern­ten auch hier ger­ade etwas, was wir über lange Zeit, bes­timmt über einige Jahre, vielle­icht aber auch über mehrere Jahrzehnte oder sog­ar Jahrhun­derte gesät haben. Der Lebensstil, den wir auf Kosten ander­er Men­schen und der Natur gelebt haben, kommt an seine Gren­zen. 

Was genau die Ursache dieses Virus ist und was die beste Behand­lungs­form ist, ich weiss es nicht. Aber eines habe ich als Schü­lerin der Naturheilkunde gel­ernt: Ein gesun­des Immun­sys­tem ist nicht in gle­ich­er Form anfäl­lig für Krankheit­en, wie ein angeschla­genes. Ein gesun­des Immun­sys­tem ist in der Lage mit den unter­schiedlichen Impulsen von aussen umzuge­hen und wieder ein gesun­des Gle­ichgewicht herzustellen. Dies gilt aus mein­er Sicht auch für das Immun­sys­tem der Wirtschaft.

Erst wenn das Immun­sys­tem soweit angeschla­gen ist, dass es die Selb­s­theilungskräfte nicht mehr alleine aktivieren kann, dann braucht es Hil­fe von aussen. Ohne diese Hil­fe von aussen würde das Sys­tem irgend­wann zusam­men­brechen. Aber irgend­wann bricht jedes Sys­tem. So wie im Herb­st die Blät­ter von den Bäu­men fall­en, hat auch alles andere seine eigene Zeit, seinen eige­nen Leben­szyk­lus. 

Wir ver­suchen ja auch nicht, die abge­fal­l­enen Blät­ter wieder an den Baum zu kleben, in der Hoff­nung, dass sie wieder grün wer­den. Wir wis­sen, dass der Baum diese Phase des Ster­bens und des Loslassens braucht.

Auch wenn diese Sätze Vergänglichkeit und Zusam­men­bruch in den Vorder­grund stellen, so ist dieses Sich-Zurückbesin­nen auf das Wesentliche, das Herun­ter­fahren unser­er kon­sumges­teuerten Wirtschaft auch eine Chance. Wir haben die Chance uns zu fra­gen, was wirk­lich wichtig ist. Genau jet­zt bietet sich uns die Chance eine neue Form der Wirtschaft zu gestal­ten.

Diskus­sio­nen über einen Lebensstil, der die eigene Gesund­heit fördert und gle­ichzeit­ig wed­er der Umwelt noch anderen Men­schen schadet, wer­den in meinem Umfeld immer häu­figer und auch konkreter.

Jedes einzelne men­schliche Schick­sal ist bedeu­tend. Manchen Men­schen geht es ger­ade gar nicht gut und es ist wichtig, dass wir alle acht­sam mit diesen Men­schen und respek­tvoll mit ihren Schick­salen umge­hen. 

Die kom­menden Wochen wer­den uns her­aus­fordern neu zu denken. Sie wer­den uns her­aus­fordern, neben unser­er eige­nen Gesund­heit auch das Wohl ander­er mit im Blick zu haben. Wirtschaft und Gesellschaft funk­tion­ieren nur, wenn wir alle gemein­sam als Sol­i­darge­mein­schaft dazu beitra­gen. Jede und jed­er in der Form wie er und sie kann.

Wir ken­nen die Zukun­ft nicht und wir haben auch nur wenig Kon­trolle darüber, welche Entschei­dun­gen im Aussen getrof­fen wer­den. Wir haben jedoch volle Kon­trolle darüber, was diese Entschei­dun­gen mit uns machen. Wir kön­nen uns als Opfer sehen. Das ist eine Möglichkeit. Wir kön­nen jedoch auch anders reagieren und uns bewusst wer­den, dass wir Teil der Lösung sind. 

Egal was ich ganz per­sön­lich von den Mass­nah­men halte, welche Poli­tik­er tre­f­fen. Deren Auswirkun­gen wer­den mich per­sön­lich und andere um mich herum in unserem Leben bee­in­flussen, ob wir es wollen oder nicht. 

Vielle­icht wer­den mich manche für eine Ide­al­istin oder vielle­icht sog­ar für eine Träumerin hal­ten, wenn ich in dieser Sit­u­a­tion auch das Pos­i­tive sehe und vor allen Din­gen auf die Chan­cen fokussiere. Wobei, wer mich ken­nt weiss, für wie wichtig ich Träume halte. Sie enthal­ten das Poten­tial, mit dem wir unsere Zukun­ft gestal­ten kön­nen.

Ger­ade in diesem Jahr ist die Ernte in der Natur hier um mich herum sehr reich­haltig. Ein Zeichen dafür, dass es in diesem Win­ter nicht an gesun­den Lebens­mit­teln man­geln wird und auch noch genug da sein wird für jene, die eine weniger gute Ernte hat­ten. Übri­gens, die UN hat vor eini­gen Jahren in ein­er Studie bewiesen: Es ist genug Nahrung für die gesamte Welt vorhan­den, wenn wir sie richtig verteilen.

Ich füge noch eine weit­ere, häu­fig zitierte Aus­sage hinzu. Diese lautet: „Es ist genug zu Essen für alle da, jedoch nicht genug für all unsere Gier.“ Dies ist etwas, worüber wir regelmäs­sig nach­denken soll­ten: Wann haben wir genug und wann ist es an der Zeit, dass, was wir mehr als genug haben weit­erzugeben oder zumin­d­est zu teilen?

Die kom­menden Monate sind eine grosse Chance Neues zu gestal­ten. Nicht nur die gesun­den Lebens­mit­tel sind jet­zt ger­ade reich­lich vorhan­den. Um mich herum spriessen auch die kreativ­en und guten Ideen rund um einen ver­ant­wor­tungsvollen Lebensstil. Vie­len lokal und region­al ori­en­tierten Unternehmen und Bauern geht es in diesem Jahr bess­er als in anderen Jahren. Immer mehr Men­schen ver­net­zen sich und begin­nen gemein­sam die Welt zu gestal­ten und zu for­men, in der wir leben wollen und welche auch für die kom­menden Gen­er­a­tio­nen lebenswert ist.

Nach dem Herb­st gehen wir mit Samhain (1. Novem­ber, Aller­heili­gen, Hal­loween) in die Zeit des Rück­zugs und der Besin­nung. In diesem Jahr wird dies für mich eine ganz beson­dere Zeit sein. 

Ich werde Rückschau hal­ten auf das, was ich in den fast 50 Jahren meines Lebens geern­tet habe und ich werde mir anschauen, mit welchen Vor­räten ich in die Zukun­ft gehen möchte. 

Mein Leben und Wirken wird weit­er­hin die ver­ant­wor­tungsvollen Geld­flüsse und den respek­tvollen Umgang mit Men­sch und Natur in den Mit­telpunkt stellen. Doch wegen all dem, was ger­ade um mich herum passiert, werde ich noch kon­se­quenter und fokussiert­er an dem arbeit­en, was mir wichtig ist. 

Es ist eine Zeit der Verän­derung und jede Verän­derung ist gle­ichzeit­ig ein Loslassen und eine Chance. In mein­er Leben­szeit war die Chance noch nie gröss­er, die Vor­raus­set­zun­gen noch nie bess­er, um dazu beizu­tra­gen, diesen an Kon­sum und Wach­s­tum ori­en­tierte Gesellschaft in eine ver­ant­wor­tungsvollere Rich­tung zu entwick­eln.

Ich habe grossen Respekt vor dem, was kommt und gle­ichzeit­ig freue mich mich darauf, an dieser Verän­derung mitwirken zu dür­fen.

Die kleinen Zeichen am Wegesrand

in Achtsamkeit/Alternative/Geld/Lebenskunst/Lösungen/Suffizienz

Eigentlich sind es gar keine kleinen Zeichen, son­dern grosse Plakete gewe­sen, die heute mor­gen meine Aufmerk­samkeit geweckt haben.

In der Regel ärg­ere ich mich über die viele Wer­bung in der Stadt, weil ich sie für über­flüs­sig und manip­ulierend halte. Ich denke die Wer­bung hat einen sehr grossen Anteil daran, dass diese oft gedanken­lose Kon­sumpar­ty, die viele von uns feiern, immer noch funk­tion­iert. Wer­bung ver­führt, das ist nichts Neues.

Und doch…

…Wer­bung hat auch andere Seit­en. Sie informiert mich über den Puls der Zeit. Deshalb widme ich ihr heute meinen kurzen Blog­beitrag.

Auf dem Weg zur Tramhal­testelle gehe ich jew­eils an ein­er Hand­voll dieser über­grossen Wer­be­plakate vor­bei.

Das erste, welch­es ich heute mor­gen wahrgenom­men habe, zeigte Wer­bung für Solarstrom, also für erneuer­bare Energien, das zweite warb für eine Plat­tform für gebrauchte Kon­sumgüter, ein Aufruf zu mehr Suf­fizienz. Und das dritte zeigte Möglichkeit­en für Ferien in der Schweiz und gab so einen Impuls nach­haltiger zu reisen.

Diese drei Plakate, welche alle auf ihre Art und Weise Alter­na­tiv­en zu unseren aktuellen Hand­lungsweisen zeigen, standen dicht nebeneinan­der. 

Vielle­icht bin ich zu opti­mistisch, aber für mich ist dies ein kleines, aber feines Zeichen, dass sich etwas verän­dert. Wenn Fir­men begin­nen ihr Wer­be­bud­get für das Zeigen von echt­en Alter­na­tiv­en einzuset­zen, wenn Teile der Wirtschaft begin­nen, sel­ber neue, ver­ant­wor­tungsvollere Lösun­gen zu entwick­eln, dann macht mich das hoff­nungsvoll.

Und es war nicht nur ein Plakat. Es waren drei nebeneinan­der. Vielle­icht war es Zufall, aber ich sehe es als ein ganz kleines Sig­nal, dass doch viel mehr möglich ist, als wir alle denken.

Vor kurzem hat­te ich ein sehr inspiri­eren­des Gespräch mit dem Geschäfts­führer von Rotauf. Vor eini­gen Wochen habe ich ihr Crowd­fund­ing unter­stützt und ihn nun per­sön­lich ken­nen­gel­ernt. Lokal, nach­haltig und ver­ant­wor­tungsvoll zu pro­duzieren braucht viel Kreativ­ität, Geduld und Überzeu­gungskraft. Und es ist möglich. Diese Ini­tia­tive ist nur ein von den vie­len ver­ant­wor­tungsvollen Geschäft­sideen, die ger­ade in die Tat umge­set­zt wer­den.

Wichtig ist, dass wir sie wahrnehmen und wichtig ist auch, dass wir sie unter­stützen. Dies kön­nen wir alle tun, indem wir acht­samer kon­sum­ieren und uns die Zeit dafür nehmen, gute (Kauf-) Entschei­dun­gen zu tre­f­fen. Gut für uns und gut für unsere Umwelt.

Was wäre, wenn es irgend­wann wieder ganz nor­mal ist, dass unsere Möbel zeit­los schön sind und uns unser Leben lang begleit­en. Was wäre, wenn es selb­stver­ständlich ist, dass unsere Klei­dung vor unser­er Haustür pro­duziert wird und wir mit dem Geld, welch­es wir für diese Dinge aus­geben, Arbeit­splätze in unser­er unmit­tel­baren Umge­bung finanzieren?

Utopie? Zu teuer? Zu kom­pliziert?

Nein, es ist nur noch nicht über­all angekom­men, dass es auch anders gehen kann.

Wer­bung in der Stadt finde ich weit­er­hin nicht so opti­mal. Ein paar schöne Kunst­werke, ein paar Bäume und Pflanzen, wäre mir per­sön­lich viel lieber als Plakate, die zu irgen­dein­er Form von Kon­sum auf­fordern. 

Doch heute mor­gen bin ich für ein­mal dankbar für die Plakate, denn son­st hätte ich vielle­icht ver­passt, dass sich Dinge ger­ade Schritt für Schritt zum Pos­i­tiv­en verän­dern.

Was haben Bäume mit Geldfasten zu tun?

in Achtsamkeit/Alternative/Baum/Geld/Lösungen/Natur

Spon­tane Antwort: Je tiefer ich mich in die Auseinan­der­set­zung mit dem Geld­fas­ten begab, desto weniger kon­nte ich den Wald vor lauter Bäu­men sehen. Sprich­wörtlich und wirk­lich. Ich gehe tiefer und tiefer in die einzel­nen The­men und der Gesamtüberblick scheint mir an manchen Stellen ver­loren zu gehen. Das The­ma Geld­fas­ten tritt in den Hin­ter­grund. Andere Fra­gen und The­men wie der Coro­n­avirus und die Weltwirtschaft nehmen sich fast unbe­merkt ihren Raum. Dies vielle­icht, weil ein­fach über­all Geld involviert ist. Hinzu kommt, dass durch all die Mass­nah­men rund um Coro­na nun plöt­zlich vieles ganz anders ist, als ich es noch vor ein paar Wochen dachte. Die Angst vor Krankheit und Tod scheint ganz plöt­zlich viel rel­e­van­ter, als der Erhalt unser­er Geld­flüsse und der Wirtschaft. 

Vieles, was ich längst geah­nt hat­te, wird immer mehr durch Selb­st­beobach­tung und Erken­nt­nisse bestätigt. Mein ganz per­sön­lich­es Ver­hält­nis zum Geld, mein Umgang mit Geld bes­timmt fast unmerk­lich mein gesamtes Leben und damit bee­in­flusse ich auch das Leben von anderen. Meine Geldentschei­dun­gen führen an anderen Stellen in der Welt zu ver­schmutzten Flüssen, zu Hunger und Leid.

Und was haben die Bäume damit zu tun?

Ich lese ger­ade das Buch «Die geheime Sprache der Bäume» von Erwin Thoma. Im Jan­u­ar 2020 hat­te ich das Glück, mit ihm ein paar Tage ver­brin­gen und seine Weisheit und sein Engage­ment für unsere Natur und die Bäume erleben zu dür­fen. Über den Nutzen von Bäu­men und den acht­samen Umgang mit ihnen möchte ich hier gar nicht schreiben. Hierzu kann sich jed­er bei Erwin ThomaErnst Zürcher aber auch der mit­tels des Films «Das Geheim­nis der Bäume» von Luc Jacquet und vie­len anderen Quellen sel­ber ein Bild machen.

Für mich ist ein Absatz aus dem Buch von Erwin Thoma beson­ders Augen öff­nend gewe­sen und hat bei mir sehr viel aus­gelöst:

Die Bäume ver­fü­gen über eine natür­liche Intel­li­genz, welche sie in jedem Moment anwen­den, um per­fekt auf die äusseren Bedin­gun­gen zu reagieren. Bei Sturm wer­den mehr starke Zellen und Struk­turen auf der Seite des Baumes erschaf­fen, wo der Druck am grössten ist. Bei Trock­en­heit wird mehr Wass­er gespe­ichert, die Ver­sorgung von nicht leben­snotwendi­gen Teilen des Baumes wird reduziert.

Ein Baum lebt in einem voll­ständi­gen Kreis­lauf – vom Erschaf­fen bis zum Verge­hen. Alles wird genutzt, sog­ar die Asche vom Holz, welche beim Feuern unser­er Öfen entste­ht, kann uns als hochw­er­tiger Dünger dienen.

Diesem Bild hat Erwin Thoma die Tätigkeit eines Sta­tik­ers gegenübergestellt, der ein Haus, eine Brücke oder etwas anderes Lan­glebiges bauen soll. Der Sta­tik­er, die Sta­tik­erin muss schon vorher alles berech­nen, für alle Even­tu­al­itäten Vor­bere­itun­gen tre­f­fen.

Der mögliche Sturm, das Wass­er und alle weit­eren Aussene­in­flüsse müssen berech­net sein.

Schnell wird mir klar, dass wir in vie­len Sit­u­a­tio­nen, in welchen es um unsere Sicher­heit geht, beson­ders im Umgang mit Geld, wie Sta­tik­erin­nen han­deln anstatt uns die intel­li­gen­ten und lern­fähi­gen Bäume als Beispiel zu nehmen.

Was wäre, wenn wir mit unseren Geldentschei­dun­gen ähn­lich sit­u­a­tiv umge­hen wür­den, wie die Bäume mit den Sit­u­a­tio­nen, die von aussen an sie herange­tra­gen wer­den? 

Geld ist ein Gut, welch­es auf­grund der Eigen­schaften wun­der­bar sit­u­a­tiv genutzt wer­den kön­nte. Wie die Säfte des Baumes, sollte es im steti­gen Fluss sein, um genau dort zu den Men­schen zu gelan­gen, wo es ger­ade benötigt wird. 

Mein Verzicht auf Geld ist ein Gewinn für eine andere Per­son an ein­er anderen Stelle. Aber nur, wenn das Geld im Fluss ist. 

Wenn ich weniger für mich aus­gebe, kann jemand anderes den übri­gen Betrag nutzen. Wenn ich weniger arbeite, ist im Unternehmen Geld vorhan­den, um eine weit­ere Per­son einzustellen. Eine Bedin­gung dafür ist, dass das Geld stetig und bedarf­sori­en­tiert fliesst, wie das Wass­er und die Nährstoffe im Baum.

Jet­zt kön­nte natür­lich der Ein­wurf kom­men, dass die Men­schen, die das Geld bekom­men, damit etwas machen, was ich mir nicht wün­sche. Dann würde mein Fas­ten ein­fach nur dazu führen, dass jemand anderes die Bil­lig-Jeans, das Weg­w­erf­pro­dukt kauft oder eine andere Kon­sumentschei­dung trifft, die ich sel­ber nie tre­f­fen würde.

The­o­retisch kann das sein, aber hier ist die Selb­stver­ant­wor­tung gefragt. Wieder gibt es eine Par­al­lele zum Baum: Im Baum gibt es keine zen­trale Schalt­stelle, jede Zelle arbeit­et eigen­ver­ant­wortlich. Der Nutzen des Ganzen, liegt im ure­ige­nen Inter­esse aller Bestandteile des Baumes.

Ich entschei­de, wohin ich das Geld gebe, welch­es ich sel­ber nicht brauche. Ich habe per­sön­lich schon vie­len Men­schen mit ganz kleinen Beträ­gen unter­stützt, welche in ihrem Feld eine grosse Wirkung erzielt haben. Und ich durfte sog­ar grössere Beträge ver­wen­den, um Star­tups für einen guten Zweck zu unter­stützen. Die mod­erne Tech­nik unter­stützt uns hier, das zu fördern, was wir ganz per­sön­lich unter­stützen wollen (KIVAWemakeitGebana: Bauern suchen Kun­den und viele mehr).

Die Ausrede «Ich weiss nicht, wohin mein Geld geht» zählt nicht mehr. Um in meinem ganz eige­nen Feld zu bleiben: Die ver­ant­wor­tungsvollen Banken wie ABSFreie Gemein­schafts­bankGLS oder auch die Glob­al Alliance for Bank­ing on Val­ues und die FEBEA leis­ten hier einen wirkungsvollen Beitrag.

Geld­fas­ten kann aber auch heis­sen, weniger arbeit­en. Stimmt hier das Argu­ment, dass ich fremdbes­timmt bin und damit nicht sel­ber und sit­u­a­tiv über meine Geld­flüsse entschei­den kann? Nein, kein­er zwingt mich bei einem Arbeit­ge­ber zu arbeit­en, der zwar hohe Gehäl­ter bezahlt, aber dies auf Kosten der Umwelt und der Gesund­heit tut. Und auch im Job sel­ber habe ich Spiel­raum. Ich sel­ber arbeite derzeit im Job­shar­ing und hoffe, dass dieses auch anderen zur Inspi­ra­tion dient. Jed­er und jede von uns befind­et sich in ganz unter­schiedlichen Lebens- und Beruf­s­si­t­u­a­tio­nen und wie bei einem Baum sind auch die Aussenbe­din­gun­gen bei uns ganz indi­vidu­ell. Daraus fol­gt, dass es kein Paten­trezept gibt, welch­es bei allen Men­schen anwend­bar wäre. Das heisst aber auch, dass wir die Chance haben, ganz indi­vidu­ell und auf uns per­sön­lich zugeschnit­tene Entschei­dun­gen zu tre­f­fen. 

Die Bäume lehren uns ein Reagieren auf Aussene­in­flüsse aus der Sit­u­a­tion her­aus und ähn­lich stelle ich mir ein gutes Ver­hält­nis zum Geld und den Ein­nah­men und Aus­gaben vor.

Das Geld ist unser ganz per­sön­lich­es Werkzeug, es den Bäu­men nachzu­machen.

Für das Entste­hen eines manch­mal bis zu 50 Meter hohen Baumes braucht es einen geschützten Platz, Son­nen­licht, Humus, Wass­er und einen nur Mil­lime­ter grossen Samen – mehr nicht.

Der Gedanke als Men­sch von den Bäu­men zu ler­nen, wäre es Wert, weit­er­ver­fol­gt zu wer­den. Doch führt dieser zu weit weg vom Geld­fas­ten, daher lasse ich ihn ziehen.

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020

Ich weiss, dass ich nicht weiss…

in Achtsamkeit/Fasten/Geld/Weisheit

… Dieses Zitat find­et sich bei Pla­ton und wird Sokrates zugeschrieben.

Ganz kurz und sub­jek­tiv zusam­menge­fasst geht es für mich in diesem Zitat darum, zu erken­nen, dass vieles von unserem ver­meintlichen Wis­sen Schein­wis­sen ist.

Wir glauben zu wis­sen und doch ken­nen wir häu­fig nur einen Teil der Fak­ten, ein Puz­zlestück, einen Auss­chnitt, her­aus­geris­sen aus dem Gesamtkon­text. Und daraus bildet sich dann unser Schein­wis­sen. Haben wir dieses für uns erkan­nt, ist der erste Schritt getan und wir kön­nen uns bewusst damit beschäfti­gen, dass wir nicht wis­sen. Dieses Beschäfti­gen mit dem Nichtwissen und vor allen Din­gen das Frieden schliessen mit dem Nichtwissen ist es, was uns erlaubt zur Ruhe zu kom­men. Dazu braucht es die Erken­nt­nis, dass Nichtwissen nicht mit Hand­lung­sun­fähigkeit gle­ichzuset­zen ist – im Gegen­teil. Das Nichtwissen befähigt uns aus mein­er Sicht erst dazu, weise zu han­deln. Im Nichtwissen geste­hen wir ein, dass wir die Lösung für ein Prob­lem nicht ken­nen und bauen auf unsere Erfahrun­gen und Fähigkeit­en, um eine neue Lösung zu entwick­eln, weil alle Ver­suche, ein­fach die alten Lösun­gen über das Prob­lem zu stülpen, gescheit­ert sind.

Damit bin ich wieder bei mein­er Haupt­ab­sicht, bei dem Haupt­grund, warum ich faste. Ich faste um meinen kör­per­lichen Funk­tio­nen, meinen Gedanken und Hand­lun­gen einen Neustart zu ermöglichen. Nach dem Fas­ten kann ich Gewohn­heit­en über­prüfen und ändern, die sich vorher unbe­wusst einge­spielt haben.

Eine Woche ist es bere­its her, seit­dem ich das Fas­ten gebrochen habe und wieder Nahrung zu mir nehme. Seit meinem Geburt­stag habe ich keinen Blog­beitrag mehr begonnen und das aus ganz unter­schiedlichen Grün­den. 

Zum einen haben mich ver­ständlich­er Weise die Mass­nah­men des Bun­desrates vom 20. März beru­flich sehr beschäftigt, zum anderen brauchte ich auch meine eigene Zeit, mich dieser neuen Sit­u­a­tion anzunäh­ern, meinen eige­nen Rhyth­mus und meinen eige­nen Platz in dieser Sit­u­a­tion zu find­en. Mein Ziel war und ist es, die guten Impulse des Fas­tens und all mein Ler­nen in dieser Zeit mitzunehmen und anzuwen­den — in dieser Zeit, die ger­ade neu begin­nt, weil die alte so plöt­zlich geen­det hat.

Zum drit­ten wer­den derzeit so viele Worte zur Coro­n­akrise gesagt und geschrieben, so viele Wahrheit­en und Fak­ten ver­bre­it­et, dass ich nicht das Bedürf­nis hat­te, auch noch dazu beizu­tra­gen.


Ich weiss, dass ich nicht weiss…

Ich habe keine Ahnung, ob die getrof­fe­nen Mass­nah­men die richti­gen sind, ob die Zahlen stim­men. Ich kann nicht beurteilen, welche medi­zinis­che Aus­sage zum Krisen­ver­lauf der Wahrheit am näch­sten kommt.

Ich weiss, wie es sich anfühlt, kranke Men­schen zu begleit­en, die mir und meinen Herzen sehr nahe sind. Ich weiss, was es heisst, sich von Men­schen zu ver­ab­schieden, die gefühlt viel zu früh ster­ben. Am let­zten Son­ntag ist jemand aus meinem Umfeld im Alter von 53 Jahren gestor­ben, nicht am Coro­n­avirus und auch nicht völ­lig uner­wartet, aber viel zu früh. Diese Per­son wird eine Lücke hin­ter­lassen. Diese Per­son wird vie­len Men­schen fehlen. 

Ich weiss also, welche Schmerzen für mich mit dem Tod von Men­schen, mit dem Akzep­tieren von Sit­u­a­tio­nen, die ich nicht ändern kann, ver­bun­den sind.

Mein Mit­ge­fühl ist mit all jenen Men­schen, die auf die unter­schiedlich­ste Weise von der Coro­n­akrise durch Krankheit, Tod, Job­ver­lust, Unsicher­heit oder anderen Äng­sten betrof­fen sind. Jed­er und jede von uns wird jet­zt auf ganz unter­schiedliche Weise mit den eige­nen Äng­sten und Sor­gen kon­fron­tiert.

Unbe­wusst ist uns allen bere­its jet­zt klar, ein Zurück zum Nor­malzu­s­tand wird es nicht geben. Denn der Nor­malzu­s­tand, war gar kein­er. 

Es war ein Autopi­lot, der uns erst hier­hin gebracht hat. Immer mehr Kon­sum, immer mehr Stress, mass­los­es Leben und Han­deln hat unseren All­t­ag bes­timmt. Wir nehmen chemisch bear­beit­ete und indus­triell ver­ar­beit­ete Nahrung zu uns, die nicht mehr nährt und erschaf­fen uns damit ein Immun­sys­tem, welch­es uns nicht mehr schützt und sich mit Anfäl­ligkeit­en für Krankheit­en oder auch durch Autoim­munkrankheit­en bemerk­bar macht. Es gibt wahrschein­lich nicht die eine Ursache für die Krise, in der wir vor der Coro­n­akrise bere­its gesteckt haben, es ist ein Cock­tail an Ursachen, welch­er dazu geführt hat.

Wir haben nun als Gesellschaft die grosse Chance, ein neues «Nor­mal» zu definieren, eines welch­es die Würde von Men­sch, Natur und Gesellschaft in den Mit­telpunkt stellt ( siehe meinen let­zten Beitrag «Was hat Würde mit Fas­ten zu tun» ).

Meine kom­menden Beiträge wer­den von diesen Chan­cen han­deln. Und vor allen Din­gen wer­den sie vom Nichtwissen han­deln und davon, dass das Nichtwissen uns zur notwendi­gen Weisheit führen wird, aus dieser Krise zu ler­nen.

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020

Was hat Würde mit Fasten zu tun?

in Achtsamkeit/Alternative/Fasten/Geld

Würde – schon wieder so ein altehrwürdi­ges Wort, welch­es es mir ange­tan hat. Würde ist der Wert, der einem Men­schen innewohnt, das Bewusst­sein des eige­nen Wertes (siehe Duden). Die Würde des Men­schen ist in diversen Grundge­set­zen ver­ankert und wie es heisst, unan­tast­bar.

Doch wie gehen wir sel­ber mit unser­er Würde um? Welchen Wert geben wir ihr? Welchen Wert geben wir ihr in Bezug auf Geld.

«Es gibt uns Men­schen eine neue Würde, wenn wir uns in unserem Kon­sum- und Rei­sev­er­hal­ten weit­er­en­twick­eln» schrieb Julia Medug­no am 15. März 2020 in ihrem Blog­beitrag zu dieser Fas­ten­woche, ein Satz der mich inspiri­ert hat, über die Würde und ihre Verbindung zum Fas­ten nachzu­denken.

Es gibt viele Hand­lun­gen, die wir als Men­schen noch immer regelmäs­sig durch­führen, wie das Shop­ping am Sam­stag, die Jagd nach den tech­nis­chen Neuheit­en und das Mit­ge­hen mit jedem Mod­e­trend, die aus mein­er Sicht nicht wirk­lich nährend sind. In Sachen Shop­ping muss ich gar kein Geld fas­ten, denn meine Geld­flüsse gehen nur in diese Rich­tung, wenn ich wirk­lich etwas benötige. Häu­fig denke ich darüber nach, ob ich das Klei­dungstück oder ein neues Smart­phone wirk­lich brauche. Und fast gle­ichzeit­ig denke ich dann auch noch darüber nach, wenn ich etwas erset­ze, was eigentlich noch funk­tions­fähig ist, wem ich das zu erset­zende Stück weit­ergeben kann. Ich habe schon auf Käufe verzichtet, weil mir nie­mand ein­fiel, dem ich das gebrauchte, das alte Stück weit­ergeben kon­nte.

Ein würde­volles Leben hat für mich sehr viel damit zu tun, dass meine Hand­lun­gen von anderen Men­schen und von mir sel­ber als angenehm, acht­sam und weise ange­se­hen wer­den. Dies gilt, weil mir das The­ma Geld so wichtig ist, beson­ders für meine Geldentschei­dun­gen.

Sich sel­ber durch den acht­samen Umgang mit Geld eine neue Würde zu geben ist eine schöne Vorstel­lung, ins­beson­dere, weil ja Würde so viel mit Wert zu tun hat. Ich kön­nte jet­zt damit begin­nen, jede Menge Geld­hand­lun­gen von ver­schieden­sten Unternehmen, Insti­tu­tio­nen oder einzel­nen Men­schen aufzuzählen, welche ich per­sön­lich als so gar nicht würde­voll oder wertvoll beze­ich­nen würde. Dies tue ich jedoch bewusst nicht. Viel schön­er, nähren­der und freud­voller finde ich es Ideen zu entwick­eln, die meinem Han­deln mehr Würde geben. Hier sind mein­er Phan­tasie keine Gren­zen geset­zt. Und ich merke ger­ade: Mein aktuelles Fas­ten muss ich ja auch nach dem Fas­ten­brechen am kom­menden Sam­stag nicht voll­ständig aufgegeben. Ich kann mir weit­er­hin Gutes tun, indem ich massvoll und ver­ant­wor­tungsvoll kon­sum­iere und teile und weit­ergebe, was ich nicht brauche.

Der Bun­desrat hat am Mon­tag 16. März erweit­erte Mass­nah­men für die Eindäm­mung der Coro­n­a­pan­demie beschlossen. Die Schlies­sung von Läden und Gast­stät­ten sowie das Ver­bot von Ver­anstal­tun­gen wird viele Selb­ständi­ge und kleine Unternehmen an den Rand ihrer Exis­tenz brin­gen. Sind wir bere­it, hier zu teilen? Vielle­icht mag es so weit gehen, dass wir, die wir noch regelmäs­sige und gute Gehäl­ter beziehen und Arbeit­ge­ber haben, die kulante Regelun­gen find­en, in den kom­menden Monat­en etwas abgeben müssen und uns in Genügsamkeit und Masshal­ten üben dür­fen, damit alle weit­er­hin gut leben kön­nen. Ich bin gerne bere­it, hier beizu­tra­gen. Für die Men­schen in der Schweiz: Es gibt bere­its eine Onlinep­e­ti­tion, die ihr unter­scheiben kön­nt, wenn ihr wollt. Hier der Link.

Die pos­i­tiv­en Auswirkun­gen der Coro­n­akrise soll­ten mit dem Ende der vom Bun­desrat erlasse­nen Mass­nah­men nicht ein­fach in Vergessen­heit ger­at­en. Wahrschein­lich wieder­hole ich mich, aber es ist mir ein­fach wichtig. Diese Krise ist für uns alle eine Chance. Dur­chat­men, langsamer wer­den, sich wieder auf das Wesentliche besin­nen, mehr Zeit mit der Fam­i­lie, klares Wass­er in Venedig, Del­phine, die wieder zurück an die Strände kom­men, all dies sind jet­zt schon sicht­bare Wirkun­gen der weltweit­en Mass­nah­men.

Diese soll­ten es uns wert sein, darüber nachzu­denken, ob wir nicht auf Dauer unseren Kon­sum und den Leben­srhyth­mus dem­jeni­gen der Natur anpassen. Wir brauchen viel weniger als wir manch­mal denken, das Fas­ten beweist mir dies immer wieder.

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020

Genügsamkeit

in Achtsamkeit/Alternative/Fasten/Geld

Zu Beginn der Fas­ten­zeit ist mir das Wort Genügsamkeit in einem Artikel zum The­ma Geld aufge­fall­en. Das Wort und seine Bedeu­tung begleit­en mich seit­dem. Ich wollte schon länger darüber schreiben. Heute beginne ich damit.

Es ist schon selt­sam, wie sehr sich das The­ma «Geld und Fas­ten», welch­es ich mir für diese Fas­ten­woche aus­ge­sucht habe, in den aktuellen Ereignis­sen rund um den Globus wieder­spiegelt. Ich lese von Ham­sterkäufen, von Län­dern, die ihre Gren­zen schliessen, mit der Begrün­dung, dass Gren­zgänger nicht die Regale der Lebens­mit­telgeschäfte im Nach­bar­land leer kaufen.

Mit Genügsamkeit hat dies nur wenig zu tun. Syn­onyme zu Genügsamkeit sind zum Beispiel: Beschei­den­heit, Dankbarkeit, Ein­fach­heit, Enthalt­samkeit. Genügsam sein bedeutet: Mit wenig zufrieden zu sein, so sagt der Duden. Anson­sten finde ich bei der Suche im Netz nicht son­der­lich viel zur Genügsamkeit. Sie scheint ver­al­tet, nicht attrak­tiv. 

Beschei­den­heit ist nicht gefragt, unsere west­liche Kon­sumge­sellschaft spiegelt es uns wider,. Wir leeren die Regale, damit es uns auch weit­er gut­ge­ht. 

Die Fra­gen: «Was brauchen die anderen?», «Was nehme ich jeman­dem anders weg, wenn ich mehr kaufe, als ich brauche?» scheinen von jenen, die ihre Einkaufwä­gen mehr als voll laden, nicht gestellt zu wer­den.

Mar­tin Booms von der Akademie für Sozialethik und Öffentliche Kul­tur in Bonn fasst es in seinem Artikel «Coro­na und die Werte: Warum es um viel mehr geht als nur um eine gesund­heitliche Krise» aus mein­er Sicht wun­der­bar zusam­men: Es geht um ein aus­ge­wo­genes Ver­hält­nis zwis­chen Gemein­wohl und Eigen­in­ter­esse. 

(…) Denn die Coro­na-Epi­demie trifft – ger­ade in den west­lich-lib­eralen Gesellschaften – auf einen moralisch und poli­tisch schw­er vor­erkrank­ten Patien­ten, der bere­its vorher an allen Symp­tomen litt, die die gegen­wär­tige Epi­demie nun expo­nen­tiell her­vortreibt: einem hohen Mass an Ori­en­tierungslosigkeit und Verun­sicherung, gepaart mit Ver­trauensver­lust gegenüber etablierten poli­tis­chen und wirtschaftlichen Struk­turen; einem durch­greifend­en Hang zur Dystopie, dem der Zukun­ft­shor­i­zont in immer düster­eren Far­ben erscheint und der den klas­sis­chen Fortschrittsop­ti­mis­mus des lib­eralen Weltver­ständ­niss­es frei­heits­bedrohlich in sein Gegen­teil verkehrt; ein­er Ero­sion des Konzepts objek­tiv­er Wahrheit, die noch den let­zten fes­ten Boden all­ge­mein anerkan­nter Tat­sachen ins Wanken gebracht hat. (…)

NZZ Online Mar­tin Booms 14.03.2020, 05.30 Uhr (Link)

Wir haben das Ver­trauen in uns, in die Gesellschaft, die Poli­tik, die Wirtschaft, ja so wie es scheint in alles ver­loren. Da ist es dann auch nicht ver­wun­der­lich, dass wir mit Tugen­den wie Genügsamkeit, Beschei­den­heit und Enthalt­samkeit so wenig anfan­gen kön­nen. 

Im Fas­ten erlebe ich immer wieder, wie wenig ich brauche. Und das, was ich nicht brauche, kön­nen ja andere benutzen. Ein Kreis­lauf, der mich mehr nährt, als das Wis­sen darum, dass ich mit meinen geham­sterten Vor­räten ein paar Wochen länger auskomme, als meine Nach­barn. Ich konzen­triere mich wieder auf das Wesentliche und merke, was ich alles nicht brauche. 

Für mich ist Genügsamkeit ein Luxus. Ich geniesse es sehr, wieder zu erken­nen, wie wenig für ein gutes Leben notwendig ist. Und auch zu erken­nen, dass es kein Lei­den, son­dern ein Gewinn ist, sich allem Über­flüs­si­gen ganz bewusst zu entledi­gen und dem Wesentlichen Zeit und Aufmerk­samkeit zu schenken.

Was mich beson­ders nährt in dieser Zeit ohne Nahrung ist, dass ich mir wieder bewusst mache, dass meine Genügsamkeit bei jemand anderem das Gefühl von Fülle aus­lösen kann. Das, was ich nicht nutze oder esse, kann jemand anderes gebrauchen. Wenn wir dies nicht nur in unserem direk­ten Umfeld prak­tizieren, son­dern uns bewusst machen, dass die Wirkung auf der glob­alen Ebene noch viel, viel gröss­er ist, fast unvorstell­bar, was kön­nen wir dann alles gemein­sam bewirken. Eine Welt ohne Hunger ist möglich – und das Umverteilen von Geld und anderen Ressourcen durch die eigene Genügsamkeit, nicht nur in Fas­ten oder Krisen­zeit­en, son­dern auch im ganz alltäglichen Leben, ist die eigentliche Fülle. 

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020 

Was ist mir meine Geldfreiheit und ein gutes Leben wert?

in Alternative/Geld/Lösungen

Mit dieser Frage habe ich am Sam­stag meinen Blo­gein­trag been­det. Und damit mache ich heute weit­er.

Wer mich ken­nt, weiss, dass Geld für mich etwas sehr Schönes ist, aber auch etwas, dass ich, obwohl ich mich täglich damit beschäftige, vielle­icht nie wirk­lich ver­ste­hen werde. 

Für diese Blo­grei­he in der Fas­ten­zeit habe ich einige mein­er alten Büch­er und Aufze­ich­nun­gen wieder her­vorge­holt und darin nach Antworten auf meine Fra­gen gesucht.

Heute Mor­gen ent­deck­te ich in einem Brand Eins Mag­a­zin aus dem Jahr 2018 den Artikel «Drei-Rubel-Rus­s­land» . Darin wird erzählt, welchen unter­schiedlich hohen Wert der gle­iche Rubel in Moskau und in einem Dorf irgend­wo in Rus­s­land hat. Und er erzählt davon, wie wenig es die Dorf­be­wohn­er tang­iert, ob es da draussen in der Welt Wirtschaft­skrisen oder Börsen­crashs gibt. Geld spielt bei Ihnen eine unter­ge­ord­nete Rolle, ihr Leben wird durch andere Dinge bes­timmt. Nach Moskau fahren sie nur gele­gentlich, um für einige Wochen zu arbeit­en, um die Mit­tel zu gener­ieren, die sie brauchen, um bes­timmte Sachen zu kaufen.

An vie­len Stellen im Mag­a­zin wird betont, dass Geld eine Glaubenssache, ein Ver­sprechen ist. Wir müssen daran glauben, dass uns die Beträge, welche unsere Kon­ten ausweisen oder auch das Geld, welch­es sich in unserem Porte­mon­naie befind­et, an ein­er anderen Stelle getauscht wer­den kann. 

Im Edi­to­r­i­al der Aus­gabe ist zu lesen:  «Was gibt es über Geld schon gross zu sagen? Die einen haben zu viel davon, die anderen zu wenig. Es kann Gutes und Schlecht­es bewirken, macht nicht glück­lich und steckt hin­ter den meis­ten Ver­brechen.»

Das stimmt irgend­wie, und doch ist schein­bar ja noch so viel mehr dahin­ter. Viele von uns lassen ihr Leben vom Geld bes­tim­men. «Ich muss Geld ver­di­enen, um gut zu leben», «Ich muss Geld ver­di­enen, um meine Hypothek abzubezahlen», «Ich muss Geld ver­di­enen, um meine Fam­i­lie zu ver­sor­gen», diese Sätze höre ich immer wieder in Gesprächen und in den meis­ten Fällen kommt direkt anschliessend die Aus­sage, dass ihr Job ihnen über­haupt nicht gefällt, dass sie mit ihren Kol­le­gen nicht klar kom­men und gar nicht sel­ten macht jemand die Aus­sage, dass der Job ihn oder sie krank macht.

Irgend­was läuft da falsch, denn viele leben ja gar nicht gut, trotz­dem sie gutes Geld ver­di­enen. Sie ver­di­enen zwar Geld, haben schöne Autos, schöne Häuser und all das, was ihnen son­st noch begehrenswert erscheint, aber sie ver­brin­gen den Grossteil des Tages mit Men­schen, mit denen sie nicht sein wollen und an Orten, die ihnen gar nicht gefall­en. Warum nehmen sich diese Men­schen nicht die Frei­heit, soviel zu arbeit­en, wie sie wollen und dies an einem Ort, der ihnen gut­tut? 

Ein wichtiger Grund ist bes­timmt, die Angst, dass sie ihre Exis­tenz, ihre Grundbedürfnisse wie Nahrung, Bil­dung und Gesund­heit nicht abdeck­en kön­nen, falls sie ein anderes Leben starten. Diese Angst mag zum Teil berechtigt sein und hier ist ein ganz klar­er Auf­trag an unsere Poli­tik­er, zeit­gemässe Lösun­gen zu find­en. Die Ein­führung eines bedin­gungslos­es Grun­deinkom­mens kön­nte ein hil­fre­ich­er Schritt sein, um der Geld­frei­heit näher zu kom­men.

Nochmals zur Klarstel­lung: Geld­frei­heit bedeutet für mich nicht, dass ich ohne Geld leben möchte und dass ich das Geld als Tauschmit­tel an sich in Frage stelle. Im Gegen­teil, Geld soll, kann, darf und muss vielle­icht sog­ar ein wichtiger Bestandteil unser­er Wirtschaft sein. Ich möchte ein­fach in Frei­heit entschei­den, was das Geld mit mir macht und was ich mit dem Geld mache.

Warum lassen wir das Geld bes­tim­men, wie unser Leben ver­läuft, indem wir Jobs annehmen, die uns schaden, die schädlich für die Umwelt sind, die schädlich sind für andere Men­schen?

Bei jed­er Per­son, die bish­er zu mir in die Beratung zum The­ma Geld kam, gab es Alter­na­tiv­en zum Sta­tus quo. Ich gebe zu, diese hat­ten in der Regel auch eine Ein­schränkung des Kon­sumver­hal­tens zur Folge, doch im Grunde haben die Verän­derun­gen immer den Weg zu einem lebenswert­eren und ver­ant­wor­tungsvolleren Leben aufgezeigt. 

Grund­vo­raus­set­zung zur Erlan­gung der Geld­frei­heit ist: Wir müssen unsere Bedürfnisse ken­nen­ler­nen.

Fas­ten in jed­er Form ist hil­fre­ich, uns daran zu erin­nern, was wir wirk­lich brauchen. Vielle­icht ist es ein Zufall oder auch nicht? Die Mass­nah­men in Verbindung mit dem Coro­n­avirus fall­en genau in die Fas­ten­zeit. Die Wirkung ist die gle­iche, wir fokussieren uns auf das, was uns wichtig ist. Ich habe von eini­gen Eltern gehört, die nun mit den Kindern den Garten bepflanzen, mit Blu­men und auch mit Gemüse und Erde auf den Balkon tra­gen für die Tomatenpflanzen. Wir wer­den wieder kreativ, wir sor­gen wieder für Nahrung, von der wir wis­sen, woher sie kommt. Damit näh­ern wir uns wieder unseren wirk­lichen Bedürfnis­sen. Im Fas­ten gibt es viel zusät­zliche Zeit für mich, denn ich muss nicht kochen, ich fahre nicht ins Büro. Diese Zeit nutze ich, zum Schreiben, Lesen und um mit Fre­un­den und in der Natur zu sein.

Das ist Frei­heit für mich. Das ist ein gutes Leben für mich. Und dieses ist mir sehr viel wert. Es gibt vieles, worauf ich auch ausser­halb der Fas­ten­zeit verzichte. Ich kon­sum­iere bewusst und wenig, aber dafür hochw­er­tig und gesund. Ich reise nur gele­gentlich, wir musizieren, statt in Konz­erte zu gehen. Aber ist das wirk­lich Verzicht? Für mich nicht, denn ich weiss, dass ich viele Dinge gar nicht brauche, also fehlen sie auch nicht. Und weil ich sie nicht brauche, muss ich auch kein Geld gener­ieren, um sie zu kaufen. Dies bedeutet, dass ich mir aus­suchen kann, wieviel und wo ich arbeit­en möchte. 

Warum tun dies nicht mehr Men­schen? Warum sehen so wenige, wie viel Macht wir dem Geld geben und wie wenig das nötig wäre?

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020 

Wie gelingt es positive Veränderungen auch langfristig beizubehalten?

in Achtsamkeit/Alternative/Fasten/Geld/Lösungen

Die Coro­n­akrise hat auch uns zu Verän­derun­gen im Ablauf der Fas­ten­woche ver­an­lasst. Wir haben entsch­ieden, uns nicht im öffentlichen Café «Jen­seits im Viadukt» zu tre­f­fen, son­dern nur in der Alt­stadt im Raum an der Trit­tli­gasse 16 Annex und dies an den entsprechen­den Tagen jew­eils um 16 Uhr, das näch­ste Mal also heute um 16 Uhr und dann am Dien­stag, 17. März 2020.

Am Sam­stag zu Fas­ten­be­ginn haben wir vor allen Din­gen über zwei The­men disku­tiert: Wie brin­gen wir die pos­i­tiv­en Entwick­lun­gen, welche die Coro­n­akrise für die Gesellschaft und auch für das Kli­ma bringt, weit­er in die Zukun­ft?  

Im Laufe der Diskus­sion kam dabei die Kirche ins Spiel. Brauchen wir über­haupt noch die Insti­tu­tion Kirche und wenn ja wozu? Da ich für diese Woche in meinen Blog­beiträ­gen aber beim Geld und beim Fas­ten bleiben möchte, fokussiere ich mich auf die erste Frage.

Ab mor­gen, Mon­tag, 16. März 2020 bleiben die Schulen zunächst ein­mal bis 4. April geschlossen. Für einige Schulen ist bere­its klar, dass es bis zum 30. April keinen Unter­richt geben wird. In Restau­rants dür­fen sich zeit­gle­ich nicht mehr als 50 Per­so­n­en in Räu­men aufhal­ten. Ver­anstal­tun­gen mit über 100 Per­so­n­en sind bis Ende April nicht mehr erlaubt.

Das Leben ver­langsamt sich – unge­plant, von aussen bes­timmt. Gle­ichzeit­ig ist dies ja auch genau das, was ich für mich mit der Fas­ten­woche bezwecke. Auch im Café Jen­seits, in welchem wir uns am Sam­stag für den Start getrof­fen hat­ten, blieben alle Plätze um uns herum leer. 

Gibt es dem Ver­häng­nis über­haupt etwas Pos­i­tives abzugewin­nen? Viele Hote­liers, Restau­rantbe­sitzer und ‑pächter, Eventver­anstal­ter und unzäh­lige andere Selb­ständi­ge wer­den diese Zeit noch lange in Erin­nerung behal­ten, und dies bes­timmt nicht pos­i­tiv. Ihre Exis­ten­zen hän­gen davon ab, dass jemand vor­beikommt und kon­sum­iert, Geld in den Fluss bringt.


Doch brauchen wir wirk­lich all diese Ver­anstal­tun­gen? Braucht es jede Woche Orte, an welchen sich über 1000 Men­schen zusam­men­find­en, um sich in eine andere Welt zu bea­men? Brauchen wir den alltäglichen, den son­ntäglichen Gang ins Restau­rant?

Genau das, was ich mir vom Fas­ten wün­sche, passiert ger­ade auf der Ebene des täglichen Lebens – viele Dinge, die uns lieb gewor­den sind, fall­en ganz plöt­zlich weg. Zugegeben, mein Fas­ten ist frei­willig und die Mass­nah­men zur Eindäm­mung der Coro­n­akrise wer­den uns vom Staat vorgeschrieben. Trotz­dem ist die Wirkung ähn­lich. Wir erken­nen, was uns wirk­lich wichtig ist. Fre­unde begin­nen acht­sam bei Tre­f­fen einan­der zu fra­gen, welche Form der Begrüs­sung sie sich wün­schen. Verabre­dun­gen wer­den so getrof­fen, dass die Sicher­heits­bedürfnisse der einzel­nen aber auch das Risiko der möglichen Gefährdung von anderen berück­sichtigt wer­den. Wir fra­gen einan­der wieder, was wir brauchen. Wir nehmen Rück­sicht auf die Bedürfnisse der anderen. Endlich wieder! 

Die Frage, die nun drin­gend wird, lautet: Wie kön­nen wir diese Acht­samkeit auch bewahren, wenn die Krankheitswelle wieder vor­bei ist? 

Das Bewahren gilt natür­lich auch für all die Entwick­lun­gen, die sich pos­i­tiv auf die Natur und unseren All­t­ag auswirken. Die reduziert arbei­t­en­den Fab­riken führen zu besser­er Luft, Flugzeuge bleiben am Boden und reduzieren damit den CO2-Ausstoss. Auch nicht zu unter­schätzen ist, dass sich die Pendler auf unter­schiedliche Züge verteilen und es somit wieder möglich ist, auch in Stosszeit­en einen Sitz­platz zu bekom­men. Wir fra­gen uns bewusst «Wie und wann wollen wir reisen?» und dies für den Beruf­sall­t­ag genau­so wie für den Ferien­aufen­thalt. Im Super­markt wer­den die Gren­zen des Kon­sums sicht­bar, denn es ist nicht mehr alles in den Regalen zu find­en und wir merken, dass wir auch gar nicht all das brauchen, was wir son­st in unsere Einkaufwa­gen pack­en.

Wir haben den Autopi­loten ver­lassen und tre­f­fen für einen Moment bewusste Entschei­dun­gen, und auf vie­len Ebe­nen schadet es uns nicht, im Gegen­teil.

Wie wird es gelin­gen, diese pos­i­tiv­en Aspek­te in nach­haltige Ver­hal­tensweisen umzuwan­deln und nicht wieder bei der ersten Gele­gen­heit zu begin­nen, mass­los und acht­los zu kon­sum­ieren und zu reisen?

Meine ehrliche Antwort: Ich weiss nicht, wie die Welt sich nach der Coro­n­akrise entwick­eln wird. Ich spreche ger­ade mit so vie­len Men­schen, die sich die gle­ichen Fra­gen wie ich stellen und sich auch wün­schen, dass wir uns ver­ant­wor­tungsvoll in dieser Welt bewe­gen. 

Das stimmt mich zuver­sichtlich. Und als einen ersten Schritt werde ich sel­ber für mich ganz per­sön­lich all die pos­i­tiv­en Aspek­te doku­men­tieren, damit ich mich auch, wenn wir längst wieder zur Nor­mal­ität überge­gan­gen sind, erin­nere, was mir wirk­lich gut­tut.

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020 

Samstag, 14. März 2020 – Meine Woche ohne Nahrung beginnt

in Alternative/Fasten/Geld/Lösungen

In dieser Woche möchte ich täglich die Gedanken zum The­ma Geld und Fas­ten weit­er­en­twick­eln. Dabei freue mich sehr auf den Aus­tausch mit anderen Men­schen, denn Geld ist ja etwas ganz Per­sön­lich­es und gle­ichzeit­ig auch etwas, dass uns alle bet­rifft, denn wie bere­its im Blog «Kann man Geld essen?» erwäh­nt, ist Geld etwas, dass nur in ein­er Tauschbeziehung einen Nutzen erhält. Ich freue mich darauf, für die kom­menden sieben Tage an jedem einzel­nen Tag meine Gedanken über diesen Blog zu teilen.

Die unter­schiedlichen Aspek­te des Geld­fas­tens, welche ich in den vorheri­gen Beiträ­gen ange­sprochen habe, sind für mich alle auf ihre Weise span­nend. Für den Moment möchte ich die bei­den The­men Geld­frei­heit und Macht des Geldes betra­cht­en. Aber ich schaue nicht nur auf mich ganz per­sön­lich und meine Beziehung zum Geld, son­dern mache den Fäch­er auf und schaue, was ger­ade in der Welt geschieht, wo Geld­flüsse ver­siegen und Machtver­hält­nisse sich verän­dern.

Am Don­ner­stag, 12. März hat die USA einen 30-tägi­gen Ein­reises­topp gegenüber Europa aus­ge­sprochen. Anschliessend waren die Börsen auf Tal­fahrt. Ein kurz­er Artikel von SRF namens «Schwarz­er Fre­itag – Die Börsen im freien Fall wegen Coro­n­avirus» vom Mor­gen des Fre­itag, 13. März enthält einen Satz, der mich aufhorchen lässt. Dieser heisst «Doch die Anlegerin­nen und Anleger glauben offen­bar nicht daran, dass man eine Pan­demie mit Geld­poli­tik bekämpfen kann.».

Dass wir als Gesellschaft durch einen Virus namens COVID-19 so sehr in unser­er Art und Weise, wie wir unser Leben gestal­ten, in Frage gestellt wer­den, kon­nte sich noch vor ein paar Wochen nie­mand vorstellen. 

Als ich zu Beginn der Fas­ten­zeit in meinem Blog­beitrag mir sel­ber die Frage gestellt habe, was passieren kön­nte, wenn die wohlhabende Welt für eine Woche auf Ein­nah­men verzicht­en würde, habe ich nicht erwartet, dass ich so schnell eine reale, in unser­er Wirtschaftswelt ver­ankerte Antwort darauf bekom­men würde. Das was ger­ade in der Welt in Verbindung mit diesem Virus passiert, hat Auswirkun­gen, die weit über die Eindäm­mung ein­er Krankheit hin­aus gehen.

Fast jed­er Bere­ich unseres Lebens ist in irgen­dein­er Form betrof­fen. Da ich mich entsch­ieden habe, in dieser Zeit über Fas­ten und Geld zu schreiben, werde ich mich auch bis Ostern, dem Ende der offiziellen Fas­ten­zeit darauf fokussieren, dies jedoch nicht ohne ab und zu auf die Aktu­al­ität zurück­kom­men, denn ich denke, noch bess­er gesagt, ich wün­sche uns allen, dass wir aus dieser Krise auch Schlüsse ziehen und Antworten auf die Frage find­en wer­den, was an unser­er aktuellen Form, zu leben vielle­icht auf Dauer verän­dert wer­den kön­nte. Ich erin­nere ein­fach nochmals daran, wie gut einige der Mass­nah­men gegen den Virus für Kli­ma und Natur sind und auch ein massvolles, genügsames Kon­sumver­hal­ten unter­stützen.

Die aktuelle Entwick­lung in der Coro­na Krise macht deut­lich: Ein uner­wartetes Ereig­nis und unsere regelmäs­si­gen Geld­flüsse sind gefährdet und unsere so müh­sam aufge­baut­en Sicher­heit­spol­ster in Geldein­heit­en schmelzen an manchen Stellen bere­its bedrohlich zusam­men. 

Medi­en bericht­en von Umsatzein­bussen, Arbeit­nehmer wer­den in die Kurzarbeit geschickt, Restau­rants bleiben leer. Und nun wird es auch an den Börsen sicht­bar, zum Beispiel durch tiefrote Zahlen und Reko­rd­ver­luste am Don­ner­stag, 12. März 2020.

Der Geld­fluss stockt – unfrei­willig. Wie ich im Blog «Wenn Geld­flüsse unter­brochen wer­den: Führt der Coro­n­avirus zu unfrei­willigem Geld­fas­ten?» fest­gestellt habe, hat dies nichts mit Geld­fas­ten zu tun, da Fas­ten Frei­willigkeit bed­ingt. Bei der Suche nach der Antwort «Was ist die Wirkung des Geld­fas­tens?» ist eine Auseinan­der­set­zung mit den aktuellen Ereignis­sen hil­fre­ich, denn in bei­den Fällen fliesst das Geld nicht mehr so weit­er, wie bish­er.

So sehr ich mich in Men­schen und Insti­tu­tio­nen hinein­ver­set­zen kann, die in weni­gen Tagen zwis­chen 10 bis 25% oder auch noch mehr des Wertes ihres Ver­mö­gens an der Börse ver­loren haben, ich sehe es als ein weg­weisendes, fast pos­i­tives Zeichen, wenn wir erken­nen, dass Geld an sich nie die Lösung eines Prob­lems, ein­er Her­aus­forderung sein kann. Geld kann unter­stützen, aber Geld an und für sich ist nicht das, was wir wirk­lich brauchen.

Wenn wir sagen «Ich benötige Geld, um im Alter gut zu Leben» meinen wir eigentlich: Ich möchte auch im Alter eine schöne Woh­nung haben; ich möchte, wenn ich krank bin, eine gute Betreu­ung und Ver­sorgung haben; ich möchte auch im Alter gut und gesund leben.

Wenn wir sagen «Ich benötige Geld, um zum Frisör zu gehen» benöti­gen wir eigentlich einen Haarschnitt oder vielle­icht auch nur eine Kopf­mas­sage oder ein Gespräch mit einem Men­schen, der uns sym­pa­thisch ist.

Ich erzäh­le nichts wirk­lich Neues, wenn ich sage, dass all diese Bedürfnisse inzwis­chen auch ohne Geld erfüllt wer­den kön­nen.

Ein paar Beispiele aus meinem ganz per­sön­lichen Umfeld, im Wis­sen, dass es noch viele weit­ere gibt.

KISS — die vierte geld­freie Vor­sorgesäule

«Keep ishort and simple» baut Zeitkon­ten auf, die in ein­er späteren Phase im Leben wieder abgerufen wer­den kön­nen. KISS-Genossen­schaften bieten ihren frei­willig täti­gen Mit­gliedern viel­seit­ige Unter­stützung, indem sie Men­schen in allen Lebensla­gen und ‑altern begleit­en, mit alltäglichen Dien­stleis­tun­gen in Haus und Garten, Fahrten, mit Zuhören und Gesprächen, Spazieren, Bewe­gung usw. Die sich unter­stützen­den Men­schen («Tandems») wer­den durch Fach­per­so­n­en zusam­menge­führt und begleit­et.

Tauschen am Fluss

In dieser Tauschbörse wer­den die unter­schiedlich­sten Dien­stleis­tun­gen aus­ge­tauscht. Eine Über­sicht aller aktuellen Ange­bote find­et sich in der Mark­tzeitung.

Puraver­du­ra

Puraver­du­ra ist eine Genossen­schaft bei mir direkt um die Ecke, wo ich ab Som­mer dieses Jahres einen Teil mein­er Nahrung beziehen kann, da ich Genossen­schaft­lerin bin. Im Gegen­zug habe ich einen finanziellen Genossen­schafts­beitrag geleis­tet und werde zusät­zlich mit Arbeit­en wie Jäten, Ern­ten und ähn­lich­es meinen Anteil an der Ernte ver­di­enen. Dies ist für mich nicht voll­ständig geld­frei, da ich mich entsch­ieden habe, nur acht Arbeit­sein­sätze zu leis­ten. Mit mehr Arbeit­sein­sätzen kann man die Geldleis­tung bei ver­schiede­nen For­men der sol­i­darischen Land­wirtschaft wesentlich reduzieren. 

Genossen­schaften für sol­i­darische Land­wirtschaft find­en sich inzwis­chen über­all. Zu Beginn braucht es eine Anfangsin­vesti­tion und auch die Mitar­bei­t­en­den müssen in Geldein­heit­en bezahlt wer­den – denn wir leben nun mal auch noch im altherge­bracht­en Geld­wirtschaftssys­tem. Erst wenn voll­ständi­ge Tauschzirkel aufge­baut sind, wer­den diese Sys­teme immer robuster wer­den und weniger Geld muss fliessen.

Sieben Lin­den ist ein Dorf in Deutsch­land, welch­es als gesamte Sied­lung darauf aus­gerichtet ist, sich unab­hängig von glob­alen Geld­flüssen zu machen. Viele gute Ideen und Impulse sind hier zu find­en. 

Zusam­menge­fasst:

Es gibt also Wege, um in eine Geld­frei­heit zu kom­men und sich der Macht, welche das Geld über uns zu haben scheint, länger­fristig zu entledi­gen. Zugegeben, sie sind aufwendi­ger als manch­er Job. Hier darf sich jed­er und jede fra­gen: 

Was sind mir meine Geld­frei­heit und ein gutes Leben wert? 

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020 

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