Category archive

Alternative - page 2

Ein Leben ohne Geld

in Achtsamkeit/Alternative/Fasten/Geld

Für den Moment möchte ich noch ein wenig bei der Wirkung des Geld­fas­tens ver­weilen. Natür­lich bin in nicht die erste, die sich über den Verzicht von Geld Gedanken macht. Im Inter­net gibt es inzwis­chen unzäh­lige Artikel zum Leben ohne Geld. Es gibt auch einige Men­schen, die für mehrere Jahre voll­ständig ohne Geld gelebt haben und über ihre Erfahrun­gen berichtet haben.

Heute möchte ich Men­schen erwäh­nen, die mich auf meinem Weg inspiri­ert haben und von denen ich auf die unter­schiedlich­ste Art und Weise ler­nen kon­nte. Die kom­menden Absätze sind bewusst mit ver­schiede­nen Links verse­hen, damit jene, die sich auf eige­nen Wegen dem The­ma näh­ern wollen, weit­er­lesen und weit­er­forschen kön­nen. 

Raphael Fellmer zum Beispiel hat von 2010 bis 2015 in einem voll­ständi­gen Geld­streik gelebt. Daraus resul­tierte unter anderem die Grün­dung von Food­shar­ing Deutsch­land, ein­er Bewe­gung, aus welch­er her­aus Tausende Men­schen einen neuen Umgang mit Lebens­mit­telver­schwen­dung entwick­elt haben. Auch in der Schweiz ist Food­shar­ing nun schon seit Jahren etabliert und erfol­gre­ich. Raphael Fellmers aktuelles Pro­jekt ist sir­plus, ein Onli­ne­su­per­markt geschaf­fen zur Ret­tung von Lebens­mit­teln. Raphael war es wichtig, auf die Art wie wir häu­fig gedanken­los kon­sum­ieren, aufmerk­sam zu machen. Vor der Wirkung, die seine Ini­tia­tive erzeugt hat, ver­beuge ich mich. Wobei er war natür­lich nicht alleine unter­wegs. Der Auf­bau von Food­shar­ing hat viele Hände, Köpfe und Herzen gebraucht. Sein Impuls war jedoch äusserst wirkungsvoll. Eine nach­haltige Wirkung des voll­ständi­gen Verzichts auf Ein­nah­men und Aus­gaben ein­er Per­son ist in diesem Fall zu ein­er Bewe­gung gewor­den: dem Food­shar­ing.

Meine erste Begeg­nung mit dem The­ma Geld­verzicht liegt nun schon viele Jahre zurück. Im Jahr 2001 habe ich von Hei­de­marie Schw­er­mer gehört bzw. im Fernse­hen eine Reportage über sie gese­hen. In diesem Jahr brachte Sie ihr Buch «Das Stern­talerex­per­i­ment: mein Leben ohne Geld» her­aus. Bis zu ihrem Tod im Jahr 2016 hat sie 20 Jahre fast voll­ständig ohne Geld gelebt. Mich hat das beein­druckt, doch irgend­wie war mir klar: Dies ist nicht mein Weg. Auch bei ihr waren Kom­pro­misse notwendig und häu­fig bekam sie den Vor­wurf zu hören, dass sie zwar nicht vom eige­nen Geld lebt, jedoch vom Geld der anderen. Für mich kann der voll­ständi­ge Geld­verzicht in unser­er durch das Geld bes­timmten Gesellschaft auch nicht die Lösung sein. Und trotz­dem, was Hei­de­marie Schw­er­mer mir gezeigt hat ist, dass es für eine einzelne Per­son möglich ist, so gut wie ohne Geld zu leben. Auch dies ist eine wichtige Wirkung.

Beim Vor­bere­it­en der Links für diesen Blo­gein­trag bin ich auf den Artikel «Leben ohne Geld- geht das?» gestossen. Dabei ist mir noch deut­lich­er als bish­er klar gewor­den, wie gross die gedankliche Auseinan­der­set­zung mit dem Verzicht auf Geld schon heute in einem Teil der Gesellschaft ver­ankert ist. Ini­tia­tiv­en wie Couch­surf­ing, Klei­der­tausch, car­shar­ing oder book cross­ing  sind in vie­len Kreisen etabliert und auch eine Art auf die Ver­wen­dung von Geld zu verzicht­en.

Auch wenn ich sel­ber die Entschei­dung getrof­fen habe, für den jet­zi­gen Augen­blick weit­er­hin ein aktiv­er Teil des aktuellen Wirtschafts- und Geldsys­tems zu bleiben, so habe ich für mich und mein Leben über die let­zten Jahre eine grosse Geld­frei­heit erschaf­fen, ein Begriff, den ich mir von Tobi Ross­wog aus­geliehen habe. Auch er ist ein sehr inspiri­eren­der Geist. In sein­er Auseinan­der­set­zung mit dem The­ma Geld begrün­den die unter­schiedlich­sten Ini­tia­tiv­en, die unsere Welt ein klein wenig ver­ant­wor­tungsvoller machen wollen. Ihm geht es, wie auch mir, nicht darum, voll­ständig ohne Geld zu leben, son­dern sich von der Macht des Geldes zu befreien. Der Macht des Geldes werde ich noch einen Abschnitt in einem sep­a­rat­en Blog­beitrag wid­men, denn ich denke dahin­ter liegt der Schlüs­sel zu ein­er sehr wichti­gen Wirkung des Geld­fas­tens ver­bor­gen.

Unter Geld­frei­heit ver­ste­he ich einen Zus­tand, in dem ich das Geld als eine liebevolle und hil­fre­iche Unter­stützung in der Erfül­lung mein­er Bedürfnisse und Wün­sche sehen kann.  Geld als ermöglichende Ressource, im Wis­sen, dass auch ohne die Abhängigkeit von Geld ein lebenswertes Leben möglich ist. 

Geld­frei­heit im Sinne von das Geld als eine liebevolle und hil­fre­iche Unter­stützung, aber nicht als abso­lut notwendig zu sehen ist für mich im Moment das wichtig­ste und wirkungsvoll­ste Ergeb­nis von mein­er Auseinan­der­set­zung mit Geld­fas­ten. Unab­hängig vom Geld zu sein erlaubt uns, wieder Lebensentschei­dun­gen zu tre­f­fen, die unseren ganz per­sön­lichen Bedürfnis­sen und Lebensen­twür­fen entsprechen. Es muss nicht unbe­d­ingt ein Leben aus dem Abfall­con­tain­er sein, aber wenn jede von uns begin­nt acht­same Geldentschei­dun­gen zu tre­f­fen, wer­den wir bemerken, wieviel weniger Geld bei wieviel mehr Lebens­freude möglich sein kann. Ich selb­st bin übri­gens über Umwege eben­falls zum Con­tain­ern gekom­men. Damals als Lau­ren Wild­bolz im Rah­men ihrer Stu­di­en­ar­beit zum Kochen mit Abfällen ein­lud, habe ich mich aus Neugi­er angemeldet. Wie so häu­fig, hat­te ich «das Kleinge­druck­te“ nicht gele­sen und mich ein­fach zum Ort begeben, der als Tre­ff­punkt angegeben war. Was ich nicht wusste, war, dass wir die Zutat­en für unser Aben­dessen noch sel­ber aus den Con­tain­ern eines nahegele­ge­nen Super­mark­tes in Zürich Alt­stet­ten holen mussten. Ich erin­nere mich noch ziem­lich genau, wie entset­zt ich war, als ich all die Lebens­mit­tel im Müll ent­deck­te. Zum Teil orig­i­nalver­packt und so gut wie alles noch frisch und unbeschädigt. 

Geld­fas­ten und bewusste, ver­ant­wor­tungsvolle Kon­sumentschei­dun­gen gehören mein­er Ansicht nach eng zusam­men. In den heuti­gen Blog ging es um Kon­sum Verzicht, im näch­sten Beitrag werde ich wieder fokussiert­er der Spur des Geldes fol­gen. Und natür­lich braucht es auch noch eine Auseinan­der­set­zung, was nun mit all dem nicht aus­gegebe­nen Geld geschehen soll. In den Blog­beiträ­gen während der Woche, in der ich faste und damit auch Geld faste, möchte ich über die Wirkung des Verzichts auf meine ganz per­sön­lichen Lebens­be­din­gun­gen nach­denken. Aber vergessen wir nicht, es gibt andere Men­schen, die den Luxus, sich über Geld­verzicht Gedanken zu machen, gar nicht haben. Weil sie von allem zu wenig besitzen: Nahrungsmit­tel, Bil­dung, Unterkun­ft. Hier ist ein Geld­fas­ten bes­timmt nicht die erste Pri­or­ität. Aber vielle­icht schaffe ich es ja, dass mein Weniger an einem anderen Ort zu einem Mehr wird? Noch eine Spur, die ich weit­er ver­fol­gen möchte.

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020 

Kann man Geld essen?

in Alternative/Fasten/Geld

Nein – natür­lich nicht. Geld sel­ber nährt uns nicht. Wir müssen es immer in etwas anderes, zum Beispiel in Lebens­mit­tel, umtauschen. Leben vom Geld kön­nen wir also nicht. 

«Was kön­nte die Wirkung von Geld­fas­ten sein?» Diese Frage habe ich zum Ende des zweit­en Blo­gein­trages gestellt. Bevor ich die Frage zu beant­worten ver­suche, möchte ich zunächst ein­mal für jene, die sich weniger oder anders mit Geld beschäfti­gen als ich, der Frage nachge­hen, was Geld ist.  

Es scheint, fast alle denken, dass sie Geld zum Leben brauchen. Das ist irgend­wie wahr – und dann doch wieder nicht. Denn, wie schon ein­gangs fest­gestellt: Geld kön­nen wir nicht essen! Aber in der Welt, in der wir leben, scheint Geld eines der wichtig­sten Ele­mente zu sein, denn für so gut wie alles scheinen wir Geld zu benöti­gen – so denken und leben wir zumin­d­est.

Mit meinen ersten Blog­beiträ­gen zum The­ma Geld­fas­ten habe ich mehr Fra­gen als Antworten in den Raum gestellt, mehr Unord­nung als Ord­nung in meine Gedanken gebracht, die um das The­ma der Wirkung des Verzichts auf Geld kreisen.

Auch beim Nahrungs­fas­ten ist es in den ersten Tagen immer wieder so, dass meine Gedanken in Aufruhr ger­at­en und mein Kör­p­er eine Alarm­stel­lung ein­nimmt. Der Verzicht auf feste Nahrung bedeutet auch, dass mein Stof­fwech­sel sich verän­dert und sich auf die neue Sit­u­a­tion ein­stellt. Seit­dem ich mich gedanklich mit dem Geld­fas­ten beschäftige, beobachte ich, wie sich sowohl meine Ein­stel­lung als auch meine Ansicht­en über das Geld und seine Wirkung auf mich verän­dern.

Die Auseinan­der­set­zung mit dem Geld­fas­ten find­et bei mir vor­läu­fig nur in Gedanken und nicht in Tat­en statt. Das war wahrschein­lich auch so, als ich vor inzwis­chen mehr als 30 Jahren zum ersten Mal in meinem Leben zu ein­er Woche Fas­ten und Wan­dern ins Bercht­es­gaden­er Land gefahren bin. Ich hat­te keine Ahnung, was mich erwarten wird, und war ziem­lich aufgeregt und neugierig. Damals kon­nte ich mir über­haupt nicht vorstellen, dass ich mehr als 24 Stun­den ohne Nahrung auskom­men werde.

Zurück zum Geld. 

Sieben Tage ohne Gel­daus­gaben hat auf mein per­sön­lich­es Leben keinen erkennbaren Ein­fluss. Aber das liegt vielle­icht auch daran, dass Geld und Zeit auf eine Weise miteinan­der ver­bun­den sind, in der eine Woche nicht wirk­lich eine Rolle spielt. Meine Ein­nah­men und Aus­gaben kann ich für eine gewisse Zeit auf­schieben. Natür­lich nicht für ewig und schon gar nicht lange über eine bes­timmte Fäl­ligkeit hin­aus, aber ein paar Tage oder Wochen kann ich die meis­ten Zahlun­gen hin­auszögern. 

Mein Ver­mi­eter erwartet von mir die monatliche Zahlung der vere­in­barten Miete. Wenn ich aus­nahm­sweise ein paar Tage später zahle, wird die Welt nicht unterge­hen. Wenn ich natür­lich regelmäs­sig ver­spätet bin oder sich die unbezahlten Mieten anhäufen, ist dies etwas anderes. Dann wird mein Ver­mi­eter die Geduld mit mir ver­lieren und den Mietver­trag kündi­gen.

Für die Annäherung an die Wirkun­gen des Geld­fas­tens ist es spätestens jet­zt notwendig, dass ich mir nochmals genau anschaue, wo Geld eigentlich seine Wirkung ver­bre­it­et.

Im Beispiel von meinem Ver­mi­eter und mir ist es eine Vere­in­barung, die er und ich getrof­fen haben, für die Nutzung von etwas, dass ihm gehört und welch­es er mir gegen Zahlung eines monatlichen Betrages zur Ver­fü­gung stellt. 

Ich glaube, wenn ich ihm erk­lären würde, auf­grund mein­er Idee, Geld­fas­ten länger­fristig zu erforschen, für die kom­menden Monate keine Miete mehr zu bezahlen, wäre er nicht ein­ver­standen. Ich würde damit ein­seit­ig eine Vere­in­barung, die wir getrof­fen haben, nicht ein­hal­ten. Sein Unmut darüber wäre mehr als ver­ständlich.

Also, zurück auf Feld 1, zurück zur Frage: «Was ist Geld?»




Der Duden definiert Geld wie fol­gt:

  1. in staatlichem Auf­trag aus Met­all geprägtes oder auf Papi­er gedruck­tes Zahlungsmit­tel
  2. größere [von ein­er bes­timmten Stelle stam­mende, für einen bes­timmten Zweck vorge­se­hene] Summe
  3. Kurz­form für Geld­kurs (Beispiel US-Dol­lar = Euro 0,82 Geld)

Und zur Herkun­ft des Wortes «Geld» sagt der Duden:

mit­tel­hochdeutsch gelt = Zahlung, Vergü­tung, Einkom­men, Wert; dann: geprägtes Zahlungsmit­tel, althochdeutsch gelt = Zahlung; Lohn; Vergel­tung, zu gel­ten

Für ein einiger­massen voll­ständi­ges Bild muss ich zunächst auch noch die Frage «Was ist die Funk­tion von Geld in der Wirtschaft?» beant­worten, denn Geld und Wirtschaft sind ja bekan­ntlich eng miteinan­der ver­bun­den.

Geld erfüllt in unser­er Wirtschaft vier Funk­tio­nen:

  1. all­ge­meines Tausch- und Zahlungsmit­tel
  2. Wertmess­er und Rech­enein­heit
  3. Wer­tauf­be­wahrungsmit­tel
  4. Wertüber­tra­gungsmit­tel

1.  und 2. sind für die meis­ten wahrschein­lich noch logisch und präsent. Daher erläutere ich sie hier nicht weit­er.

Zu 3.: Wer­tauf­be­wahrung bedeutet vere­in­facht, dass Geld den Wert ein­er erbracht­en Leis­tung spe­ichert. Ein Beispiel: Ich arbeite einen Monat und am Ende des Monats erhalte ich dafür einen bes­timmten Betrag. Einen Teil davon ver­wahre ich für die kom­menden Monate auf meinem Kon­to und nutze ihn anschliessend, um mir ein Sofa für meine Woh­nung zu kaufen. Der Ter­min, zu dem ich das Geld bekom­men habe und meine Leis­tung erbracht habe, und der Ter­min, zu dem ich das Geld wieder aus­gebe, liegen zeitlich auseinan­der. Geld ermöglicht mir, sel­ber zu bes­tim­men, wann ich die gebrachte Leis­tung in etwas anderes umwan­dle. Diese Spe­icher­funk­tion ist der Grund dafür, dass es so gut wie keine Auswirkung auf mich hat, wenn ich eine Woche Geld­faste. Mit Wertüber­tra­gung, der vierten genan­nten Funk­tion, ist gemeint, dass etwas durch das Geld einem bes­tim mten Wert zuge­ord­net wird. Zum Beispiel der oben erwäh­nte Lohn entspricht dem Wert, den meine Arbeit­ge­berin mein­er Arbeit beimisst. Der Betrag, den mein Ver­tragspart­ner im Kon­text mein­er Selb­st­ständigkeit für meine Dien­stleis­tung bezahlt, entspricht dem Wert mein­er Leis­tung in Geldein­heit­en. Diesen Wert kann ich in Form von Lebens­mit­teln, einem Sofa oder irgen­det­was anderes, was ich kaufen kann, trans­formieren.

Soviel zur Def­i­n­i­tion von Geld. 

Wie wirkt also Geld­fas­ten? 

Zunächst ein­mal ist in dieser Vor­bere­itungszeit die Hauptwirkung auf mich, dass ich mich wirk­lich, inten­siv und ehrlich mit meinem Ver­hält­nis zum Geld beschäftige. Dies ist etwas, was nor­maler­weise im All­t­ag unterge­ht. 

In meinem All­t­ag ist meist genug Geld da, für das, was ich mir leis­ten möchte, manch­mal zugegeben­er­massen zu wenig für alles und dann muss ich mich fra­gen, ob ich das, was ich ger­ade kaufen möchte, wirk­lich brauche und wenn ja, wie ich die notwendi­gen Mit­tel erschaffe: Durch zusät­zlich­es Arbeit­en, durch Sparen, dadurch, dass ich mir das Geld lei­he oder mit Glück auch dadurch, dass mir jemand, etwas von sich aus schenkt.

 «Brauche ich das schöne Sofa wirk­lich, und wenn ja, muss ich es mit Geld kaufen?» ist eine weit­ere Frage, die durch meine Beschäf­ti­gung mit dem Geld­fas­ten sicht­bar und rel­e­vant wird. So wie ich mich nach dem Abschluss ein­er Fas­ten­woche jedes Mal beim Verzehr von Nahrungsmit­teln frage, ob mir das, was ich ger­ade zu mir nehme, wirk­lich gut tut.

Es wird span­nend wer­den, weit­ere Wech­sel­wirkun­gen zwis­chen Geld und Fas­ten im Ver­lauf der Fas­ten­zeit näher anzuschauen.

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020 

Wenn Geldflüsse unterbrochen werden: Führt der Coronavirus zu unfreiwilligem Geldfasten?

in Alternative/Fasten/Geld/Transformation/Weisheit

Natür­lich beschäftigt auch mich im Augen­blick der Coro­n­avirus. Span­nend, dass dies Ereig­nis zufäl­lig in diese Fas­ten­zeit fällt.

Die Mass­nah­men, mit welchen man die Entwick­lung in den Griff zu bekom­men ver­sucht, führen auf ganz unter­schiedliche Weise auch dazu, dass auf viele unter­schiedliche Dinge verzichtet wer­den muss. Frei­willig und unfrei­willig.

In der Schweiz wur­den so unter­schiedliche Dinge wie die Basler Fas­nacht und der Gen­fer Autos­a­lon sowie alle weit­eren Grossver­anstal­tun­gen mit über 1000 Teil­nehmenden bis min­destens 15. März ver- boten. 

Die NZZ sprach Ende Feb­ru­ar in dem Artikel «Coro­n­avirus weltweit, die neusten Entwick­lun­gen» von 2900 Todes­opfern weltweit, Ten­denz steigend. Ins­ge­samt sind mehr als 80.000 Per­so­n­en, verteilt auf mehr als 50 Län­der, erkrankt. Europa verze­ich­net bish­er 36 Tote (Stand 2. März 2020), davon 34 in Ital­ien, 2 in Frankre­ich. Die weit­ere Entwick­lung kön­nen wir täglich über die Medi­en unser­er Wahl ver­fol­gen.

Die Liefer­ket­ten in der Tech­nolo­gie- und Tex­til­branche, unsere geliebten Smart­phones und die neuesten Mod­ekollek­tio­nen, sind in Gefahr, so heisst es. Der Pro­duk­tion­sstopp in Chi­na in den let­zten Wochen bee­in­flusst unseren Kon­sum. Lange kön­nen die Maschi­nen nicht mehr still­ste­hen. Der Ein­fluss auf unsere Wirtschaft- und unser Geldsys­tem wird immer gröss­er und sicht­bar­er.

Ich bin keine pro­fes­sionelle Researcherin und mir ist auch bewusst, dass wir im Zeital­ter der Fake News leben, aber je mehr ich in das The­ma ein­tauche, desto präsen­ter wird die Frage, ob in dieser aktuellen Krise die Wirkung von Geld­flüssen (durch deren Aus­bleiben) ger­ade sicht­bar­er wird als son­st. Noch vor einem Moment war der Geld­fluss rel­a­tiv sta­bil. Nun ver­siegt er an ver­schiede­nen Orten gle­ichzeit­ig bei ganz unter­schiedlichen Per­so­n­en auf unter­schiedliche Weise.

Zur Erin­nerung:

Die Anzahl der weltweit hungern­den Men­schen beträgt 822 Mil­lio­nen Men­schen, dies sind 11% der Welt­bevölkerung. Diese Zahlen stam­men von der Web­seite der Welthunger­hil­fe. Die UNHCR spricht im Som­mer 2019 davon, dass zum ersten Mal mehr als 70 Mil­lio­nen Men­schen auf der Flucht sind. Sta­tis­tiken und Zahlen find­en sich zum Beispiel hier

Auch zu Krieg und Hunger kön­nten wir tage­sak­tuell alle Fak­ten über die unter­schiedlich­sten Quellen zusam­men­tra­gen. Wir tun es nicht, vielle­icht weil es uns nicht per­sön­lich bet­rifft.

Jed­er Men­sch ist wertvoll, jede der drei hier beschriebe­nen Sit­u­a­tio­nen, Krankheit, Hunger, Flucht, erfordert Mit­ge­fühl, Respekt, Acht­samkeit aber auch unser aktives Hin­schauen und angemessenes, zeit­na­h­es Han­deln.

Doch warum führt die Furcht vor ein­er Coro­na-Epi­demie, ähn­lich wie die SARS-Pan­demie 2002/2003 zu ein­er Änderung des Kaufver­hal­tens?

Men­schen deck­en sich mit Schutz­masken und lange halt­baren Lebens­mit­teln ein, ver­mei­den Reisen und ver­bi­eten Ver­anstal­tun­gen mit über 1000 Teil­nehmenden.  Über die Auswirkun­gen auf das Kaufver­hal­ten der Schweiz­er berichtet zum Beispiel die NZZ am 29.02.2020 in einem Artikel.

Wäre es hier angemessen von ein­er Art Geld­fas­ten zu sprechen, welche von aussen erzwun­gen wurde? Aber nein, Fas­ten ist etwas Frei­williges, also muss Geld­fas­ten auch auf frei­williger Basis geschehen.

Die Coro­na-Krise führt zu uner­warteten Umsatzsteigerun­gen in der Phar­main­dus­trie. Gesichts­masken sind ausverkauft, bei den Schmerzmit­teln wer­den die Vor­räte knapp. Es wird von Ham­sterkäufen berichtet, die durch aus­führliche Medi­en­berichter­stat­tung noch weit­er gefördert wird. Manche sprechen von bewusster Steuerung der Panik und des Kaufver­hal­tens. Soweit möchte ich nicht gehen. An dieser Stelle wird defin­i­tiv nicht gefastet. Das Kon­troll- und Schutzbedürf­nis des einzel­nen Men­schen schlägt durch. 

Die Frage bleibt jedoch: Warum han­deln wir als Gesellschaft, Behörde, Unternehmen oder auch einzelne Per­son ger­ade jet­zt so schnell und hof­fentlich auch wirkungsvoll, wenn wir Grossver­anstal­tun­gen und Reisetätigkeit­en über­denken. Warum tun wir genau dies in anderen Fällen nicht?

Hat es damit zu tun, dass wir für eine Eindäm­mung des Hungers auf der Welt und für die Lösung der Her­aus­forderun­gen, welche die Flüchtlingsströme uns aufzeigen unser eigenes Kon­sum- und Geld­ver­hal­ten zugun­sten ander­er ändern müssen, unser per­sön­lich­es Ver­hal­ten über­denken müssen, auf Geld verzicht­en müssen? Kann es sein, dass wir unser zum Teil hart erar­beit­etes Geld nur für uns und unser Wohl nutzen wollen und ein­fach nicht mehr teilen kön­nen?

Es gibt auch Beispiele, die genau das Gegen­teil zeigen. The Giv­ing Pledge machen es vor. Sie verpflicht­en sich, einen Teil ihres Ver­mö­gens zurück in den Fluss zu brin­gen. Es bleibt anzumerken, dass anschliessend weit­er­hin eine vielle­icht unvorstell­bar grosse Summe Geld im Besitz dieser Spender verbleibt. Aber zugegeben, sie brechen das Muster des ständi­gen Geld­sam­meln und Geld­hort­ens und ver­suchen ihr Geld sin­nvoll zurück in den Kreis­lauf zu brin­gen. Geld­fas­ten, im Sinne eines Verzichts Geld für sich sel­ber auszugeben, kann zu Geld­fülle an ander­er Stelle führen, wenn weise Geldentschei­dun­gen getrof­fen wer­den.

Auch bei dieser Art Entschei­dung ist es nicht immer leicht, das Richtige zu tun, denn es gibt kein entwed­er oder kein schwarz oder weiss.

Sit­u­a­tio­nen wie der Coro­n­avirus fordern uns auf, zu ler­nen und uns vor allen Din­gen uns mit unseren eige­nen Bedürfnis­sen und Äng­sten zu beschäfti­gen. Diese Sit­u­a­tio­nen fordern uns auf uns sel­ber zu schützen, ohne die anderen zu vergessen.

Im let­zten Blog habe ich mir die Frage gestellt, was ich mit dem Geld­be­trag mache, der beim Fas­ten entste­ht, da ich, wie bere­its im Blog erwäh­nt, in dieser Zeit so gut wie nichts aus­gebe.

Mir per­sön­lich – und dies ist mein ganz eigen­er Weg – zeigt die Auseinan­der­set­zung mit dem Coro­n­avirus, dass ich wieder mehr auf die in Vergessen­heit ger­ate­nen The­men schauen muss, darüber nach­denken muss, wie ich zu weniger Hunger, weniger Flüchtlingsströ­men in der Welt beitra­gen kann.

Auf den Coro­n­avirus bin ich durch mein Alter, meine priv­i­legierte Lebensweise, meinen gesun­den Kör­p­er und mein bewusstes Rei­sev­er­hal­ten gut vor­bere­it­et – hier gibt es derzeit für mich nichts zu tun, auss­er Mit­ge­fühl mit den einzel­nen Schick­salen zu zeigen und auch den pos­i­tiv­en Seit­en Beach­tung zu schenken. Denn diese gibt es tat­säch­lich auch.

Ein Artikel im Spiegel vom 1.März trägt den Titel «Coro­n­avirus führt in Chi­na zu Rück­gang der Luftver­schmutzung». Wenn die Verbesserung der Luft in den betrof­fe­nen Städten weit­er anhält, ist dies eine wirk­same Mass­nahme für das Kli­ma, ein Zeichen, was hof­fentlich von den Ver­ant­wortlichen weise inter­pretiert wird und vielle­icht dazu führen kön­nte, dass wir erken­nen, dass weniger Pro­duk­tion und Kon­sum mehr Leben­squal­ität bedeutet.

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020 

Geldfasten, was genau könnte das sein?

in Alternative/Fasten/Geld

Die Def­i­n­i­tion für Fas­ten lautet im Duden: „Sich für eine bes­timmte Zeit ganz oder teil­weise der Nahrung enthal­ten oder auf den Genuss bes­timmter Speisen verzicht­en“.

Für mich ist das Fas­ten eine sehr bewusste Entschei­dung. Viele sehen den Verzicht auf Nahrung als ein Lei­den und somit eine Art Selb­stkasteiung. So geht es mir nicht. Die Entschei­dung für eine gewisse Zeit keine feste Nahrung zu mir zu nehmen, erfüllt mich ein biss­chen mit Vor­freude. Span­nen­der­weise ist auch in der Def­i­n­i­tion des Dudens nichts von Lei­den enthal­ten. Der Frage, warum Fas­ten schein­bar automa­tisch mit Lei­den ver­bun­den wird, werde ich bes­timmt in einem späteren Blog­beitrag weit­er nachge­hen.

Heute möchte ich mich mit möglichen Def­i­n­i­tio­nen von Geld­fas­ten beschäfti­gen. 

Da ich seit rund 30 Jahren immer wieder Fas­ten­zeit­en ein­lege, weiss ich, dass mir der Ein­stieg ins Fas­ten manch­mal schw­er­fällt, und zwis­chen­drin Phasen auftreten kön­nen, in denen es für mich kör­per­lich her­aus­fordernd wird. Aber ich bin mir bere­its jet­zt sich­er, dass es mir zum Schluss der Fas­ten­zeit sehr gut gehen wird. Manch­mal geht es mir sog­ar so gut, dass ich die Zeit ohne Nahrung noch um einige Tage ver­län­gere, ein­fach um dieses Gefühl noch ein weit­er geniessen zu kön­nen.

Ähn­lich stelle ich mir vor, wirkt Geld­fas­ten. Auf der einen Seite werde ich bewusst auf meinen täglichen Umgang mit dem Geld acht­en. Auf der anderen Seite werde ich mich gedanklich mit der Wirkung von meinen Geldentschei­dun­gen auf mein Leben und mein Wohlbefind­en auseinan­der­set­zen. Diese gedankliche Auseinan­der­set­zung soll mir Rückschlüsse auf den Ein­fluss, den Geld auf mich hat, erlauben. Geld­fas­ten ist dementsprechend für mich zunächst ein­mal der Verzicht auf Ein­nah­men und Aus­gaben. 

Schon jet­zt merke ich, dass eine Woche Geld­fas­ten zu kurz greifen wird, wenn ich es auf den Verzicht auf Geldein­nah­men reduziere. Als Angestellte nehme ich eine Woche Ferien und als Selb­ständi­ge verzichte ich in dieser Woche auf Ein­nah­men. Also: Ziel erfüllt? Sofort kommt der Gedanke, dass im Kon­text mein­er Selb­ständigkeit dann ja jede Form von Ferien auch eine Geld­fas­ten­zeit sein müsste.

So ein­fach kann es dann doch nicht sein. In den Ferien reise ich gele­gentlich an andere Orte oder tue mir son­st etwas Gutes, wie zum Beispiel einen Tag in einem Ther­mal­bad. In den Ferien gebe ich gewöhn­lich sog­ar mehr Geld aus als im All­t­ag.

Mir scheint, die Idee des Geld­fas­tens muss wohl kom­plex­er sein, als die Aus­sage: «Ich verzichte auf Ein­nah­men!»

Schauen wir uns also die Aus­gaben-Seite des Geld­fas­tens an:

Wie bere­its in den ver­schiede­nen Blo­gein­trä­gen des let­zten Jahres aus­ge­führt, ist Kon­sumverzicht für mich ein wichtiger Teil des nach­halti­gen Fas­tens.

Auch der Verzicht auf Aus­gaben ist also in mein­er Fas­ten­woche bere­its gut ver­ankert, denn ich muss ja für eine Woche keine Nahrung einkaufen und auch ander­er Kon­sum wird nur in ganz geringem Masse notwendig sein, die Tasse Tee am Mit­tag im Jen­seits im Viadukt wird wohl das einzige sein, wozu ich Geld brauchen werde. Bezüglich des Kon­sums kann ich trotz­dem, wenn ich es genau nehme, nur von einem Teil­fas­ten sprechen. Denn ich nutze weit­er­hin Dinge wie Wass­er, Strom und Inter­net.

Beim Schreiben dieser Zeilen kommt leichte Panik in mir auf. Nun habe ich mich doch verpflichtet, während der Zeit zwis­chen Ascher­mittwoch und Ostern regelmäs­sig und während der Fas­ten­woche vom 14. bis 21. März täglich, meine Gedanken zum The­ma Geld und Fas­ten zu veröf­fentlichen. Werde ich das schaf­fen? Und wenn ja, wie?

Blo­gein­träge mit Aus­sagen wie „Heute habe ich nichts ein­genom­men!“ oder „Heute habe ich erfol­gre­ich auf Gel­daus­gaben verzichtet!“ sind wohl nichts, was für mich sel­ber und auch jene, die mit uns Fas­ten bzw. unseren Blog lesen, von so grossem Inter­esse ist,  dass sie meinen schriftlichen Gedanken weit­er­hin fol­gen wer­den.

Neben den Zweifeln an der inhaltlichen Attrak­tiv­ität mein­er Blog­beiträge, frage ich mich auch, wie ser­iös es ist, zu behaupten, dass ich „Geld faste“, wenn ich für eine einzige Woche, soweit es denn möglich ist, auf Ein­nah­men und Aus­gaben verzichte. Sieben Tage ohne Geld scheint mir über­haupt kein Prob­lem, dass schafft wahrschein­lich jed­er und jede. Aus­gaben und Ein­nah­men für eine Woche hin­auszuzögern ist bes­timmt bei den meis­ten gut möglich. 

Geld­fas­ten braucht Zeit, um Wirkung zu erzie­len. Wobei, wenn ich weit­er über­lege, ist beim Geld­fas­ten wahrschein­lich auch die Masse rel­e­vant. Und hier nicht nur die Grösse des Betrages, son­dern auch die Anzahl an Men­schen, die gemein­sam mit ihrer ganz per­sön­lichen Form des Geld­fas­tens begin­nen. Ich stelle mir vor, was passieren würde, wenn alle Men­schen, die zu dem, was wir „die wohlhabende“ Welt nen­nen, gehören, für eine Woche gemein­sam auf Ein­nah­men und Aus­gaben verzicht­en. Dann würde die Wirkung auf unsere Wirtschaft spür­bar und wäre in unserem Leben­sall­t­ag sicht­bar.

Die Beschäf­ti­gung mit meinen eige­nen Geldein­nah­men und Gel­daus­gaben scheint mir irgend­wie noch nicht die stim­mige Fährte zu sein, um zu ein­er Def­i­n­i­tion des Geld­fas­tens zu find­en.

Warum entschei­de ich mich bewusst für Nahrungs­fas­ten?

Weil ich die Wirkung auf Kör­p­er, Geist und Seele kenne. Weil ich dieses Gefühl, im buch­stäblichen Sinne leichter durchs Leben zu gehen, geniesse. Weil ich weiss, dass es in meinem Fall der per­sön­lichen Gesund­heit förder­lich ist.

Über die Wirkung von einem bewussten Geld­fas­ten auf mein Leben habe ich mir bish­er wenig Gedanken gemacht. Auf­grund der Art, wie ich lebe, gibt es immer wieder Zeit­en, in welchen ich wenig Geld ein­nehme und auch dementsprechend wenig Geld aus­geben kann. Wobei ich dies nicht wirk­lich als bewusstes Geld­fas­ten beze­ich­nen würde.

Also, vielle­icht muss ich zum The­ma Geld­fas­ten einen Fokus ein­nehmen, der über mich sel­ber hin­aus geht. Um sich dem Geld­fas­ten zu näh­ern, wird es wohl notwendig sein, mich tiefer mit dessen Wirkun­gen zu beschäfti­gen und mich nochmals wirk­lich zu fra­gen, was ich mit dem Geld­fas­ten bewirken kann. Dieser Frage werde ich in den näch­sten bei­den Blog­beiträ­gen nachge­hen. Für den Moment habe ich für mich sel­ber ver­standen, dass für eine Woche auf das Ein­nehmen und Aus­geben von Geld zu verzicht­en, sich noch nicht wirk­lich stim­mig anfühlt. 

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020 

Fasten 2020 — Eine Forschungsreise zu den Selbstheilungskräften des Geldes

in Alternative/Fasten/Geld/Weisheit

Was hat Fas­ten mit Geld zu tun?

Unsere Fas­ten­woche nimmt For­men an. Vom 14. – 21. März 2020 wer­den wir wieder zum gemein­samen, nach­halti­gen Fas­ten im All­t­ag ein­laden. Dieses Jahr verbinden wir damit zwei Orte im Kreis 5 und Kreis 1. Tre­ff­punk­te wer­den die Trit­tli­gasse 16 in der Zürcher Alt­stadt und neu zusät­zlich am Mit­tag das Jen­seits, ein Café und Begeg­nung­sort in den Viaduk­t­bö­gen an der Josef­swiese sein. 

 

Am 26. Feb­ru­ar, dem Ascher­mittwoch, begin­nt die vierzigtägige Fas­ten­zeit. Wir wer­den inner­halb dieser Zeit für eine Woche voll­ständig auf feste Nahrung verzicht­en.  Unsere Gedanken zum nach­halti­gen Fas­ten veröf­fentlichen wir in diesem Blog. In den kom­menden Wochen informieren wir in sep­a­rat­en Blog­beiträ­gen über Details bezüglich Fas­ten im All­t­ag und den Ver­lauf unser­er Fas­ten­woche.

 

Im Gegen­satz zum let­zten Jahr wer­den wir über die gesamten 40 Tage der Fas­ten­zeit, also ab Ascher­mittwoch und nicht nur in unser­er Fas­ten­woche, unsere Blog­beiträge ver­fassen. Wie auch im let­zten Jahr wer­den wir diejeni­gen, welche mit uns fas­ten und auch jene, die uns virtuell begleit­en, bit­ten, durch Kom­mentare oder eigene Beiträge den Blog zu bere­ich­ern.

 

Was hat Fas­ten mit Geld zu tun? 

Das The­ma welch­es ich mir für den Start aus­ge­sucht habe, ist die Verbindung zwis­chen Fas­ten und Geld. Fas­ten ist für mich der bewusste Verzicht auf Nahrung für eine bes­timmte Zeit und die beson­dere Hin­wen­dung zu den Bedürfnis­sen meines Kör­pers und meines Herzens. 

Geld hat viel mit Über­fluss und Man­gel zu tun — vielle­icht ist Geld sog­ar ein­er der Gründe für das Ungle­ichgewicht von Über­fluss und Man­gel in dieser Welt.

 

Gibt es über­haupt so etwas wie ein Fas­ten im Geldsys­tem, und wenn ja, wie kön­nte das ausse­hen?

Diesen und anderen Fra­gen werde ich in den kom­menden Wochen weit­er nachge­hen. Vieles ist bere­its gesagt und geschrieben — vom guten Geld, vom schlecht­en Geld, über die Wirtschaft, die uns die Zukun­ft nimmt, aber auch über Unternehmen, die uns eine lebenswerte Zukun­ft ermöglichen wollen.

 

Kann ich dazu noch etwas Zusät­zlich­es beitra­gen? 

Mein Gefühl ist «Ja», denn son­st würde ich diese Zeilen nicht schreiben. Jedoch weiss ich nicht genau, wohin mich die Suche nach dem Fas­ten in der Welt des Geldes führen wird. Und den­noch werde ich es ver­suchen, so wie jede und jed­er in dieser her­aus­fordern­den Zeit ver­sucht, einen Beitrag zu ein­er lebenswerten, ver­ant­wor­tungsvollen Zukun­ft zu leis­ten. 

Manche Beiträge von Men­schen und Unternehmen halte ich per­sön­lich allerd­ings für frag­würdig, ins­beson­dere wenn sie unnöti­gen Kon­sum fördern oder die Natur und damit unsere Lebens­grund­lage zer­stören. Auch diese Abgründe möchte ich in den kom­menden Wochen mit Worten und Gedanken ein wenig ausleucht­en, der Hypothese ent­lang, dass ganz per­sön­liche Geldentschei­dun­gen zu ein­er Vielzahl von Men­sch und Natur schädi­gen­den Aktiv­itäten beitra­gen.

 

Was ist Geld­fas­ten für mich?

Mein Leben und Wirken geschieht an der Schnittstelle von Men­sch, Natur und Wirtschaft. Ich beschäftige mich auf ein­er ganz prag­ma­tis­chen Basis mit dem, was Geld mit uns, mit mir macht. Als Bankerin von ganzem Herzen mag es vielle­icht etwas selt­sam klin­gen, dass ich zum Geld­fas­ten aufrufe, denn die Banken scheinen nur davon zu leben, dass Geld im Über­fluss vorhan­den ist und sich auch noch ver­mehrt. Ganz so ein­fach, ist es nicht, ein Grund, diesem Wider­spruch in einem späteren Beitrag Raum zu geben.

 

Die Suche nach dem Geld­fas­ten bietet eine Fülle von möglichen Wegen. Heisst Geld­fas­ten nun auf Ein­nah­men zu verzicht­en oder Aus­gaben zu ver­mei­den? Braucht es bei­des? Kön­nte Geld­fas­ten bedeuten auf Zin­sen zu verzicht­en? Wäre dies ein sin­nvoller Anfang?

 

Ich werde die 40 Fas­tent­age nutzen, um eine Bestand­sauf­nahme mein­er Geld­flüsse zu täti­gen und mich zu fra­gen, was mich nährt, was ein­fach nur aus Gewohn­heit geschieht und was bloss eine Ersatzhand­lung für etwas ist, dass ich mir nicht kaufen kann. Ich werde schauen, wo ich durch meinen Verzicht an ein­er anderen Stelle Gutes bewe­gen kann. So wie der Verzicht auf Nahrung für eine beschränk­te Zeit meinem Kör­p­er, Geist und mein­er Seele die Möglichkeit gibt, die natür­lichen Selb­s­theilungsmöglichkeit­en wieder herzustellen, so stelle ich mir vor, dass auch das Net­zw­erk, in dem das Geld zirkuliert, die Möglichkeit zur Selb­s­theilung besitzt. Aber wo liegt der Nutzen im Verzicht, im acht­samen Umgang mit Geld? Auch darüber möchte ich später in diesem Blog bericht­en.

 

Was wird das Ergeb­nis mein­er Suche nach den 40 Tagen sein?

Dass ich mehr Geld aus­gebe als vorher, aber für andere, nährende Dinge? 

Dass ich nach den 40 Tagen beschliesse weniger Geld einzunehmen, weil ich erkenne, mehr Leben­squal­ität Zeit haben und nicht Geld ver­di­enen bedeutet?

Werde ich für manche Dinge kein Geld mehr aus­geben, so wie ich nach dem Fas­ten immer noch monate­lang auf über­mäs­si­gen Zuck­erkon­sum verzichte?

Ich weiss nicht genau, wohin mich meine Suche führen wird.

 

Das Schöne für mich an der jährlichen Fas­ten­woche:

Sie ist jedes Mal eine neue Forschungsreise. Im Vor­feld habe ich keine Ahnung, wie mein Kör­p­er und mein Gemüt darauf reagieren, wenn ich bewusst auf Nahrung verzichte und mich tief in die Kon­tem­pla­tion über ein Leben­s­the­ma begebe.

 

Und eben­so habe ich auch keine Ahnung, was es mit mir macht, dieses Geldthe­ma so inten­siv mit in diese 40 Tage zu nehmen. Und darüber hin­aus, wie es ist, über die gesamte Zeit regelmäs­sig einen Blog­text zu ver­fassen.

 

Ich freue mich sehr darauf, her­auszufind­en, ob und was für Antworten ich auf all diese Fra­gen find­en werde.

Dieser Artikel ist ein Beitrag im Kon­text unser­er Fas­ten­woche 2020 

Aus Liebe zum Geld

in Achtsamkeit/Alternative/Geld
Foto by Regina Hunschock

Seit eini­gen Wochen werde ich immer häu­figer ange­fragt, meine Sicht auf das The­ma Geld zu teilen. In unter­schiedliche For­mat­en komme ich mit mehr und mehr Men­schen in den Aus­tausch, die sich auf ihre ganz per­sön­liche Ent­deck­ungsreise zu ihrer Beziehung zum Geld begeben.Ich freue mich in diesen Sit­u­a­tio­nen meine Ansicht­en und Erfahrun­gen zu teilen und Impulse zu set­zen.

Für die Zeitschrift Phil­antro­pist durfte ich in meinem kleinen Ort für gesellschaftliche Ver­ant­wor­tung in der Alt­stadt von Zürich Rede und Antwort ste­hen.

Hier der Link zum Artikel

Meine Wünsche für die Schweiz

in Achtsamkeit/Alternative/Geld/Weisheit

Ende des let­zten Jahres habe ich von der Redak­torin der Zeitschrift Dop­pelpunkt die unten ste­hende Anfrage bekom­men. Daraufhin habe ich mich an den Com­put­er geset­zt und hier ist das Ergeb­nis:

Link zum Artikel

Auf der Suche nach span­nen­den Men­schen, die ich für eine kurze Kolumne anfra­gen kön­nte, bin ich auf Sie gestossen. Eine Mys­tik­erin, die sich auch mit Wirtschaft, Poli­tik, Strate­gien und Führung ausken­nt, trifft man sel­ten. Gerne frage ich Sie deshalb an, ob Sie für unser erstes Heft des Jahres 2020 eine kurze, per­sön­liche Zukun­ftsvi­sion schreiben mögen: Wenn Sie für den Fortbe­stand der Schweiz eine Strate­gie entwick­eln müssten, wie sähe die aus?

hier geht es wieder nach oben